Dieser dramaturgisch etwas phantasielose, aber dennoch unterhaltsame low budget Science-Fiction-Film ist so etwas wie die britische Antwort auf die zu Beginn der 50er Jahre in den USA sehr zahlreich produzierten und populären Alien-Invasionsfilme.
In der Nähe eines abgelegenen Gasthauses im schottischen Hochland landet eines Nachts ein Raumschiff. Da man zunächst annimmt, ein Meteorit sei nieder-gegangen, werden ein Wissenschaftler und ein Reporter damit beauftragt, den Vorfall zu untersuchen. Vor Ort machen sie und die anderen Anwesenden in der Gaststätte aber sehr schnell unliebsame Bekanntschaft mit Nyah, einer Frau vom Mars, die hier einen ungeplanten Zwischenstopp auf ihrem Weg nach London einlegen musste. Sie verfügt über tödliche Strahlenwaffen und ist in Begleitung eines riesigen Roboters. Nyah hat eine "invisible wall" aus Energie um das Gasthaus herum installiert, die kein Mensch durchdringen kann. Ihr Ziel ist es, junge und gesunde Männer von der Erde zu entführen und auf den Mars zu bringen, da es dort nach einem "war of the sexes" keine zeugungsfähigen Männer mehr gibt und ihr Volk vom aussterben bedroht ist. Nach einigem Hin und Her gelingt es einem der Männer jedoch, einen Sprengsatz an Bord des Raumschiffs zu schmuggeln. Als Nyah wieder startet, um ihren Auftrag in die Tat umzusetzen, explodiert das UFO und die Invasionsgefahr ist gebannt.
Die Geschichte, die DEVIL GIRL FROM MARS erzählt, wurde in zahlreichen Science-Fiction-Filmen immer wieder variiert (z.B. in MARS NEEDS WOMEN (65)) und der Film ist in dieser Hinsicht sicher wenig originell. Auch die Tatsache, dass die Handlung fast ausschließlich in einem Gasthaus und der näheren Umgebung angesiedelt ist, steht einer attraktiven Entwicklung der Geschichte ziemlich im Weg und bietet wenig Gelegenheit, einen brauchbaren Spannungsbogen aufzubauen. Die regelmäßigen, theatralischen aber effektvollen Auftritte der Marsfrau erzeugen dann auch recht schnell das Gefühl einer gewissen Monotonie. Dass der Film auf einem Theaterstück basiert ist ihm letztlich in jeder Szene anzumerken. Um die Handlung auf Spielfilmlänge zu bringen, wurden Subplots um einen entflohenen Mörder, der sich in der Gaststätte versteckt und gleich zwei Liebesgeschichten, von denen eine tragisch endet, in die Handlung integriert. Einen großen Anteil daran, dass der Film trotz der mageren Handlung nicht langweilig wird, haben sicher die guten Darsteller, die ihre an sich stereotypen Charaktere mit Leben füllen. Sehenswert wird der Film allerdings erst durch die sparsamen, aber gelungenen Spezialeffekte und optischen Tricks. Diese sind zwar sichtbar billig produziert, verfügen aber über einen nicht geringen Charme, der vielen anderen Billigfilmen dieser Art gänzlich abgeht. Selbst ein Blick ins innere des Raumschiffs ist dem Zuschauer vergönnt. Zwar stand auch in diesen Szenen Sparsamkeit an erster Stelle, doch sorgen expressionistische Lichteffekte und kühle Funktionalität für durchaus beeindruckenden Momente. Der Camp-Faktor des Films wird schließlich durch den schrillen, superklobigen Roboter auf die Spitze getrieben, der wohlweislich nur in einigen kurzen Szenen auftaucht. Der beste "Spezialeffekt" des Films ist jedoch Patricia Laffan in der Rolle der Marsfrau "Nyah". Eingehüllt in eine schwarze, glänzende Ledermontur inklusive Umhang, Kappe und Minirock, ist sie eine wirklich sehenswerte, extravagante Erscheinung. Diese wird durch die starke Leinwandpräsenz der Darstellerin noch verstärkt, deren große, faszinierende Augen mit einigen close-ups zusätzlich zur Geltung gebracht werden.
Insgesamt ist DEVIL GIRL FROM MARS ein amüsanter B-Film, der besser und unterhaltsamer ist als so mancher seiner amerikanischen Gegenstücke.
Der public domain Film, der in Deutschland offiziell nie gezeigt wurde, ist über die Jahre von verschiedenen Videoanbietern veröffentlicht worden und liegt nun auch auf DVD vor. Angeboten wird er zum einen mit einem bunt aufgemachten Cover von "Image Entertainment", zum anderen auf einer budget DVD von "Navarre" (mit zwei weiteren Filmen). Die Bildqualität dieser Version liegt auf gehobenem VHS Niveau und ist durchaus Akzeptabel. Der Ton rauscht zwar stark, doch die Dialoge sind gut verständlich.
PATRICIA LAFFAN
wurde am 19. März 1919 in London geboren. Ihre Filmkarriere war sehr kurz, denn laut IMDb wirkte sie nur in 14 Filmen mit. Ihr Debüt gab sie demnach 1945 in dem Film "The Rake's Progress". Weitere Rollen, zum Teil ohne Credit, spielte sie u.a. in "Death in High Heels" (1947), "Quo Vadis" (1951), "Hidden Homicide" (1958) und zuletzt in "Crooks in Cloisters" (1964).
The fantastic night of terror that menaced the fate of the world!
Invasion from outer space!...Sights to weird to imagine! Destruction too monstrous to escape!
Earth menaced by fantastic powers! (Plakat)
Mars needs men...so they sent a woman! (Videocover)