Kaum zu glauben, daß ein so versierter und meisterhafter Regisseur wie Robert Wise, der uns 13 Jahre zuvor den kaum schlagbaren "Bis das Blut gefriert" geliefert hat, eine so marode Gurke als letzten Genrebeitrag abgeliefert hat. Es ist auch kaum zu verstehen, was ihn an dem Sujet so gereizt hat, denn die TV-Film-hafte Inszenierung und die bleischwere und selten uninteressante Beithematik versenken diesen Wiedergeburts-Thriller beinahe auf der Stelle in einem Meer aus Ödnis.
Da wollte man sich wohl ganz stilvoll an den Erfolg von "The Exorcist" dranhängen und präsentierte drei Jahre danach noch einen "Horror"-Film rund um ein kleines Mädchen, welches nach Aussagen eines ehemaligen Vaters die Seele seiner bei einem Autounfall ums Leben gekommenen titelgebenden Tochter beherbergt. Prompt bekommt die Kleine Anfälle, röstet sich die Pfoten an einer eiskalten Scheibe und wimmert darob herzzerreißend.
Wäre gar nicht schlimm, wenn der Rest nicht so dämlich wäre. Da gerät nämlich nur das Elternpaar in Zwist, weil er den Erst-Daddy gerne in den Knast bringen möchte und sie so langsam gläubig wird. Bis es jedoch soweit ist, müssen wir uns ausgiebig einem noch sehr jungen Anthony Hopkins widmen, der uns mit unsäglichem Hundeblick endlose Monologe über indischen Frieden, Seelenwanderung und seine eigene einst verzweifelte Gesinnung hält. Hopkins scheint selbst unter Hypnose seinen Text runterzuleiern, während Marsha Mason (wer?) und John Beck uns einfach nur mit TV-Klischees auf den Senkel gehen.
Außerdem scheint Wise sein Handwerk verlernt zu haben, denn das geschwätzige Werbedrehbuch für Reinkarnation nimmt dem Film jede Spannung, verrät jede Pointe Minuten vorher und hat trotzdem gähnende Löcher. Den Vogel schießt dann noch eine saublöde Gerichtsverhandlung ab, in der Mutti die Seiten wechselt, ehe eine tiefenhypnotische Sitzung gnädigerweise das Kind von dieser in die nächste Welt befördert, diesmal hoffentlich für immer.
Besonders hart gegen die Seh- und Hörgewohnheiten geht dann noch das Casting und die Synchro vor, denn die Kind-Debutantin Susan Swift ist neben ihrer Unbegabtheit auch von grenzdebilem Antlitz und kann lediglich die Guckerchen aufreißen. Als Zuckerguß hat man ihr auch noch die geschlechtstechnisch nicht eindeutig einzuordnende Stimme gegeben, die auch L.Harcourt Montgomery (ein Junge!) in "Landhaus der toten Seelen" innehatte. Die geht eh jedem noch Lebenden auf den Sack (soweit vorhanden), aber in diesem Fall muß sie den Hauptteil der Rolle schreien, jaulen und wimmern. Da Wise aber jedes Gefühl für Timing wohl egal war, macht sie das so lange, bis nur noch der Griff zur Fernbedienung hilft. Obergrottig! (2/10)