Ominöser Sonderling drängt sich mit der Behauptung, dass die Seele seines verstorbenen Kindes in ihrer Tochter reinkarniert ist, in das Leben eines Ehepaares. Ich war nie ein großer Fan von Robert Wise' wohlgelittenem Klassiker "Bis das Blut gefriert", den ich trotz allen inszenatorischen Qualitäten leider schlichtweg kein bisschen gruselig finde. Seine letzte Genre-Arbeit "Audrey Rose" wird ja gemeinhin weniger hoch eingeschätzt und ist stattdessen als Kolportage-Filmchen verschrieen, mit dem man in Hollywood nochmal nachträglich auf den durch "Der Exorzist" ausgelösten Zug von Besessenheits-Horrorfilmen aufspringen wollte, die in den 70ern wie Pilze aus dem Boden geschossen sind. Den Streifen auf einer Ebene mit einem typischen billigen Italo-Rip Off anzusiedeln, wäre allerdings mehr als unfair... denn ein vergleichbares Niveau erreicht "Audrey Rose" nie. Was für eine katastrophale, vollkommen uninteressante Ödnis von Film, den hätten die Italiener mit ihrem Drang nach schlichtem Entertainment und oberflächlichen Schocks besser hingekriegt! Die Handlung kulminiert erst in einer unfreiwillig komischen Gerichtsverhandlung und anschließend, wenn man schon jedwedes Interesse am Ausgang der Geschichte verloren hat, in einer breit ausgewalzten Hypnose-Sitzung, die sich gegen das Finale von "Der Exorzist" ausnimmt wie ein lauer Furz im Abendwind. Zum Glück ist dann bald Schluss. Absolut schockierend ist es allerdings, einem jungen (na gut... jüngeren) Anthony Hopkins beim Chargieren zusehen zu müssen, seine desinteressierte, lethargische, schlichtweg chloroformierte Performance zeugt davon, dass er das Skript ebenfalls für einen einzigen Stuss gehalten haben muss, und lässt nicht mal sachte erahnen, dass irgendwo ein Hannibal Lecter in ihm schlummert...
Damit ist "Star Trek - The Motion Picture" offiziell nicht mehr der langweiligste Film, den ich von Robert Wise gesehen habe.
3/10