Mit Horror- und speziell Teeniehorror-Filmen ist das ja so eine Sache. Nachdem "Scream" den Slasherfilm wieder aufleben ließ, ergriffen gleich unzählige Produzenten, Regisseure und Drehbuchautoren die Chance, um noch auf den Zug aufzuspringen. Denn Horrorfilme sind meistens günstig herzustellen und als Schauwerte braucht man lediglich den einen oder anderen Mord sowie fickrige Bunnys, die durch eigene Blödheit auf der Schlachtbank landen. Und manche dieser "Zugaufspringer" denken, dass sie besonders kreativ wären. So auch jener, der auf die bescheuerte Idee von "Nine Lives" kam. Die Ausgangssituation des Streifens kommt einem verdammt bekannt vor. Ein großes Haus mit reichlich Zimmern am Arsch der Welt, das durch einen Schneesturm von dergleichen abgeschnitten ist. Und mittendrin ein Haufen Menschen. Na, wer hat's noch nicht erraten? Natürlich kommt einem da sofort "Shining" in den Sinn. Nur halt ohne Jack Nicholson. Dafür müssen wir uns mit Promi-Bückstück Paris Hilton (House of Wax) und einem mordlüsternen Hausgeist begnügen.
Tim (Patrick Kennedy) feiert mit acht Freunden seinen 21. Geburtstag auf einem Landsitz in Schottland. Laura (Amelia Warner), Paul (David Leitch), Jo (Paris Hilton) und die anderen finden in der Bibliothek ein altes Buch, in dem sie von der gruseligen Geschichte des Hauses erfahren: Dem Besitzer Murray, einem schottischen Patrioten, wurden von den Engländern die Augen herausgerissen. Als ein Schneesturm die Teenies von der Außenwelt abschneidet, lachen sie noch - aber dann fährt der Geist Murrays in einen von ihnen und beginnt sein blutiges Werk...
Von allen Beteiligten kommt Amelia Warner (Aeon Flux) noch am besten weg, auch wenn sie alles andere als preisverdächtig spielt. Paris Hilton spielt im Prinzip sich selber nur halt mit anderem Namen. Was soll man von dieser debilen Kuh auch erwarten? Denn schauspielerisches Talent ist bei ihr genauso viel vorhanden wie Gehirn und Verstand. Jetzt dürft ihr mal raten, wie viel das bei Frau Hilton sein dürfte. Der Rest agiert ebenfalls unter aller Sau. Außer durch irgendwelche Gänge zu hetzen, pseudokluge Dialoge zu klopfen und rumzublärren oder -heulen bekommt man von denen nichts geboten.
Der Großteil von "Nine Lives" besteht aus nahezu endlosem Gequatsche, ohne dass dabei was Sinnvolles bei rauskommt, da hohle Dialoge hier die Vorherrschaft haben. Ab und zu bewegt jene Person, die vom Geist gerade in Besitz genommen wird, mal ihren faulen Arsch und lässt das Messer sprechen, damit mal wenigstens etwas passiert. Und wenn es dann zur Tat kommt, entlockt diese einem höchstens ein müdes Gähnen. Viel Mühe scheint sich Regiedebütant Andrew Green mit "Nine Lives" demnach nicht gemacht zu haben. Vermutlich hat man Frau Hilton dazu überredet, eine der prunkvollen Hütten ihrer Familie als Kulisse bzw. Handlungsort zu Verfügung zu stellen. Braucht man also nur noch ein paar weitere blasse Fratzen zu casten, die man auch nicht großartig zu bezahlen braucht, sowie schwarze Kontaktlinsen, ein Küchenmesser, eine Kamera, etwas Kunstblut sowie Schnee aus der Sprühdose zu kaufen. Dürften maximum 5000 Dollar Aufwandskosten entstanden sein. Wie schon bereits erwähnt... Slasherfilme sind relativ günstig zu machen.
Somit besteht "Nine Lives" zu etwa 95% aus billigen Sprüchen, lahmen Mordszenen, handlungsarmen Darstellern und vor allem Langeweile. Denn die nimmt hier schon fast Überhand. Mit dem Gewissen, dass aus Paris Hilton nie im Leben eine ernsthafte Schauspielerin werden wird und dass auch weiterhin billigst runtergedrehte Möchtegern-Slasher den Weg in unsere Videotheken finden werden, braucht man "Nine Lives" dann auch keine Beachtung mehr zu schenken.