Da denkt man die Zeit der Teenie Horror Filmchen ist endlich vorbei und was macht Kinowelt? Sie packen einen 2 Jahre alten Film aus, den wohl damals schon keiner sehen wollte und erhoffen sich durch das Mitwirken von Paris Hilton den großen Reibach. Bleibt nur zu hoffen das dieser Plan gewaltig daneben geht.
Gewaltig daneben gegangen ist wohl auch so einiges beim Casting und der Auswahl des Drehbuchs. Insbesondere letzteres ist selbst für Teeny Slasher Filme selten blöd. 9 Schulfreunde treffen sich irgendwo in Schottland auf dem abgelegenen Familiensitz eines der Freunde (ich konnte die irgendwie alle nicht wirklich auseinander halten) um dort was auch immer zu machen. Dumm nur das einer von ihnen hinter einem Regal ein Buch findet, darin liest und dann besessen ist. Er bringt einige um, wird selber umgebracht und der Fluch, oder was auch immer, geht auf den über der den Besessenen umgebracht hat. (so weit noch klar?) Warum das alles passiert, wieso den Besessenen die Augen fehlen, warum sie trotzdem sehen können, wieso die Figuren in diesem Film handeln wie Schwachsinnige all das kann der Film natürlich nicht beantworten. Und wenn es dann am Ende , als nur einer überlebt, noch so etwas wie eine Alibi Erklärung geliefert wird, wünscht man sich diese wäre am Schneidetisch verloren gegangen. Wir haben es nämlich mit einem ehemaligen Bewohner des Hauses zu tun, der, weil er Schotte war, ermordet wurde (natürlich wurden ihm die Augen gestochen) und der sich jetzt warum auch immer rächt. Warum er sich dazu ausgerechnet die blöden Studenten aussucht bleibt wohl auf ewig das Geheimnis des Rächenden. Übrigens wird der letzte verschont weil er selber Schotte ist. (oh man, ist das blöd!)
Das Ganze könnte man vielleicht ja noch retten wenn man sich auf viel Kunstblut konzentrieren würde und Charaktere hätte, bei denen man sich nicht nach wenigen Minuten bereits wünscht, dass jeder einzelne einen möglichst grauenvollen Tod stirbt. Also Kunstblut gibt es zwar, aber das sieht zumeist eher lächerlich aus und wenn man dann auch noch immer wieder Stichwunden sieht bei denen nicht mal die Kleidung beschädigt ist, dürfte klar sein, der Kunstblutjünger wird hier schnell entschlafen.
Dann mal zu den Darstellern. Wie erwähnt befindet sich darunter auch Paris Hilton, die (und das zeigt hoffentlich das Niveau des Films ansatzweise auf) hier noch mit eine der besseren Darstellerinnen ist. Trotzdem stirbt sie dann auch als eine der Ersten und das nach grade mal 20 Minuten. Fans dürften sich also leicht verarscht fühlen, wird doch riesig mit ihrem Namen auf der DVD geworben.
Der Rest der Darsteller spielt so was von hölzern und talentfrei, dass ich mich ernsthaft gefragt habe wie viele begabte Schauspieler wohl beim Casting abgelehnt wurden ehe man eine so große Anzahl talentfreier Jungdarsteller gefunden hatte. Schön auch, dass die deutsche Synchronisation dann noch ein übriges dazu tut den Film vollends in den Abgrund zu stoßen. Belangloser ablesende Synchronsprecher hat man schon lange nicht mehr gehört (na ja, außer in Resident Evil 2 natürlich). Spannung kommt übrigens keine auf, die Schockmomente sind alle meilenweit vorhersehbar und es wird auch nicht eindrucksvoller wenn man 10 mal im Film die immer selbe Aufnahme eines Modells des Herrenhauses im Kunstschnee sieht. Der sieht übrigens zumeist eher nach riesigen Bergen Rasierschaum aus als nach Schnee, aber das ist sicherlich eine der Sachen, die hier noch am wenigsten auffallen.
“Nine Lives“ ist einfach nur Schrott. Und das ist nicht im Sinne von unterhaltsamem Trash gemeint, denn unterhaltsam ist hier nichts. Die Darsteller sind alle auf Grundschultheatergruppen Niveau, die Story wird hiermit offiziell zur Logikfreien Zone erklärt und Paris Hilton sollte vielleicht doch lieber bei Home-Videos bleiben, damit dürfte sie ihre Fans mehr überzeugen können als mit britischen Slasher Langweilern wie diesem hier. Mit viel gutem Willem 2 von 10 Punkten.