Review

Vier englische Touristen reisen durch Europa, da scheint ein Abstecher in die Karpaten nicht abwegig. Und so landet die Gruppe nahe Karlsbad, vor dem sie allerdings der örtliche Abt warnt. Denn von dem dortigen Schloss sollen sie sich fernhalten. Und wie es der Zufall will, landen sie genau dort.

Doch zuerst gibt es eine Rückblende auf das Ende des Vorgängers, an den der wieder von Terence Fisher inszenierte Film anschließt. Somit als Fortsetzung zum Klassiker von 1958 konzipiert, braucht er allerdings eine Weile, um in Schwung zu kommen. Auf den Grafen muss man daher eine ganze Weile warten, dafür bekommt er eine ungemein atmosphärisch getrickste Wiederauferstehung spendiert. Und auch Christopher Lee selbst, der wieder den Vampir gibt, hat nichts von seinem Charisma verloren. Seine sparsam eingesetzten Auftritte sind durchweg gelungen, auf gesprochene Zeilen von ihm muss man allerdings verzichten. Die Gründe hierfür sind je nach Quelle unterschiedlich, schwanken zwischen „Die Dialoge waren zu schlecht“ (Lee) und „Vampire quasseln nicht“ (James Sangster, Drehbuch).
Auch des Grafen Angestellter Gabor (Philip Latham) hat einen schön-finsteren ersten Auftritt und nicht nur hier spielt man effektvoll mit Licht und Schatten, die sich oftmals scharf voneinander abgrenzen.

Und doch ist hier auch Kritik zu vermelden, denn die Lichtsetzung wirkt mitunter für das Szenario gekünstelt. Gleiches gilt für die Darstellung von Tag und Nacht, die willkürlich wirkt oder manch unscharfe Außenaufnahme des Schlosses.
Auch Draculas Ableben ist recht unspektakulär geraten und doch, es sind letztlich alles verzeihliche Kritikpunkte. Dafür hat Fishers Gruselstreifen einfach zu viele gelungene Momente zu bieten und legt ab Lees Auftreten in Sachen Atmosphäre und wohligem Schaudern ordentlich zu. Dieses wabert auch hier durch Schloss und Wald, bietet viele der bekannten Merkmale der Hammer Studios. Ein bisschen gruselig, ein bisschen sexy, das Blut knallrot.

Mit einem brauchbaren Ensemble um den wieder charismatischen Christopher Lee gelang Fisher mit diesem Beitrag zu der Reihe um den untoten Blutsauger ein gelungenes Sequel, welches nach einiger Anlaufzeit in einen atmosphärischen Grusler mündet. Erfindet den Vampirfilm nicht neu, macht aber Laune und ist eine der besseren Fortsetzungen.

Details
Ähnliche Filme