Paul Kerseys (Charles Bronson) Frau (Hope Lange) und Tochter (Kathleen Tolan) werden bei einem dreisten Überfall in ihrer Wohnung von einer Bande Rüpel übel zugerichtet. Seine Frau überlebt die Attacke nicht; seine Tochter bleibt dauerhaft geschädigt. Als sich zeigt, dass die Polizei nur wenig tun kann, wandelt der friedliebende Architekt sich allmählich zum Racheengel. Mit einer Waffe in der Tasche streift er nachts durch New York auf der Suche nach jenem Abschaum, der sein Leben zerstört hat…
Michael Winners populär inszenierte Rachegeschichte will die gesellschaftlichen Ängste ihrer Zeit nicht recht in den Griff bekommen: Zu knapp wird das Trauma des Antihelden geschildert, zu umständlich seine allmähliche Aufrüstung. Das Medien- und politische Echo seiner Taten bleibt unglaubwürdig. Dennoch verrät der Film an einigen Stellen Könnerschaft. Der Weltschmerz, der Paul nach seinen ersten unfreiwilligen Selbstverteidigungserlebnissen überkommt, ist ebenso glaubhaft wie niederschmetternd. Eine inspiriert inszenierte Western-Schau für Touristen – angelegt als Teil von Pauls geistiger Rekrutierung – spürt mit beinahe schon surrealistischen Mitteln eine krankhafte Cowboymentalität in der Gegenwart auf. Alles in allem ein mittelprächtiger Film mit einigen inszenatorischen Kunstgriffen.