Review

Ein absoluter Meilenstein im Selbstjustizgenre. " Ein Mann sieht rot " war der Vorgänger von hunderten solcher Filme, welche danach gedreht wurden und alle an dieses Muster angelehnt wurden. Die Death Wish Reihe welche hier eingeläutet wird, kennt heutzutage fast Jeder, da es auch die Paraderolle von Charles Bronson war.
Regie führte hier Michael Winner, welcher in seiner Regiekarriere wirklich oft mit Bronson zusammenarbeitete. Winner inszenierte auch Teil zwei und drei der Reihe. Da ich ein absoluter Leibhaber von Selbstjustizfilmen bin, kann ich Jedem der solche Filme auch mag, die komplette " Death Wish Reihe " empfehlen, welche es nun endlich auch komplett uncut auf DVD gibt.

Story:
Paul Kersey ( Charles Bronson ) arbeitet bei einer Baufirma und lebt mit Frau und Tochter in New York. Er führt ein sehr glückliches Leben, was jedoch bald ein Ende nimmt. Denn eines Tages werden Frau und Tochter überfallen von einer Straßengang ( u.a. Jeff Goldblum ). Pauls Frau erliegt ihren Verletzungen und die Tochter kann das Ereignis nicht verarbeiten. Paul nimmt eine Auszeit und fährt nach Touson, um dort ein Bauprojekt zu leiten. Wieder zurück in New York beginnt Paul einen Rachefeldzug gegen die Gangs. Bewaffnet mit einem Colt geht er nachts auf die Straße und knallt Jeden nieder, der ihn berauben will, oder der ihm in die Quere kommt. Bald wird er nur noch " Der Rächer " genannt und auch doe Polizei will der Unbekannten endlich zur Strecke bringen. Doch dadurch lässt sich Paul nicht aufhalten und mordet weiter.

Vor allem heute ist das Thema Selbstjustiz so eine Sache auf dem Filmmarkt und einer der Hauptgründe warum Filme entweder gekürzt, indiziert oder gar beschlagnahmt werden.
Hier war dieses Thema noch ein ziemlich unbeschriebenes Blatt und " Death Wish " war der erste Film wo sich so richtig damit auseinandersetzt. Darum ist er heute natürlich indiziert.
Die Selbstjustiz wird hier zwar glorifiziert, aber auch an den Pranger gestellt. Es werden Pro sowie Contraseite des Themas ausführlich behandelt.
Und vor allem zeigt der Film, wie Paul überhaupt zum Rächer wurde. Erst wird seine Frau grausam ermordet, seine Tochter vergewaltigt. Paul muss raus aus New York und lernt in Touson den Cowboykult lernen und lieben, als Abschiedsgeschenk bekommt er sogar einen Colt geschenkt und ab diesem Punkt wird Paul zum Rächer. Erst bringt er nnur Punks um, welche ihn berauben wollen und er hat zu Beginn noch arge Gewissensbisse, doch dies legt sich bald und dann legt er jede Ratte ( so werden hier die Kleinkriminellen genannt ) um, die ihm in die Quere kommt.
Ist das nun falsch oder richtig ? Laut Gesetz natürlich falsch, aber Paul fühlt sich sichtlich besser und kann so dieses grausame Ereignis besser verarbeiten.
Einer machts vor die Anderen machen es nach. Die Überfallrate geht drastisch zurück und der normale Bürger beginnt sich zu wehren. Das ist im realen Leben wirklich so.

Der Plot selbst ist gut umgesetzt und kommt fast ohne Längen aus. Die Spannung kann auch ein solides Niveau erreichen. Actionmäßig gibt es hier noch nicht so viel zu sehen, wie in den Nachfolgern. Paul erschießt ein paar Gangster, meistens recht blutig und graphisch, aber die Action ist immer sehr schnell geklärt. Dafür sind recht viele solcher Szenen vorhanden nur ein richtiges Finale gibt es nicht. Es gibt zwar schon einen kleinen Shootout, dieser hebt sich jedoch gar nicht von den Anderen im Film ab. Dafür bleibt man hier sehr realistisch, denn auch Paul kriegt zweimal ordentlich etwas ab und die Polizei siegt schließlich und erwischt ihn. Ob es jedoch richtig ist ihn gehen zu lassen, darüber müsste man nochmal ausführlich diskutieren. Da wird jeder anders darüber denken. Auf jeden Fall legt Winner hier schon den Grundstein für den zweiten Teil, mit der amüsanten Schlussgeste von Paul Kersey, welcher dann nach Chicago umzieht.

Charles Bronsons Paraderolle. Keiner verkörpert die so gut wie er in der " Death Wish Reihe ". Auch muss er hier noch richtig schauspielern, denn hier ist Paul Kersey noch nicht der eiskalte Rächer, hier hat er noch Gefühle. Auch einen Nachteil hatte die Rolle für Bronson. Eigentlich haftete ihm diese Rolle bis zu seinem Tod an.
Die restlichen Darsteller verkörpern ihre Rollem sehr gut und in einer Minirolle ist auch Jeff Goldblum zu sehen. Der sieht hier mit seinen Glubschaugen aus, wie eine Fledermaus. Aber genau durch solche Minirollen ist man damals groß geworden, siehe auch Larry Fishburn in " Death Wish 2 ".

Zu erwähnen sei noch die gekonnte Atmosphäre. Der Film spielt in New York, welches hier als sehr heruntergekommen dargestellt wird. Vor allem sehr viel Kriminalität ist vorhanden. Überall gibt es Punks, Verbrecher, Mörder, Vergewaltiger. Dagegen wirkt die ländliche Gegend von Touson richtig entspannend.
Der Score ist von Herbie Hancock, welcher den Film hier sehr stark instrumental untermalt. Fast jede Szene wurde mit Sounds unterlegt, so wirkt der Film noch intensiver.

Fazit:
" Ein Mann sieht rot " ist der erste Film wo das Thema Selbstjustiz ausführlich behandelt. Auch der Plot ist hier noch anspruchsvoller und sehr effektiv umgesetzt. Die Action ist stets kurz, aber brutal und recht oft vertreten. Dazu gibt es einen sehr intensiven Score und auch die sehr düstere Atmosphäre passt sehr gut dazu. Charles Bronson schauspielert hier richtig gut, dies ist seine Paraderolle. Dennoch treten hier und da mal kleinere Längen auf, welche aber kaum ins Gewicht fallen.
Ist ein Kultfilm, sollte man mal gesehen haben.

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