Review

Das Thema "Selbstjustiz" ist ein heißes Eisen und wurde schon in vielen Filmen verarbeitet zb. Mad Max, The Punisher usw. "Death Wish" aus dem Jahre 1974 war wohl einer der ersten, die auf radikale Weise Stellung bezogen...

Der Architekt Paul Kersey(Charles Bronson) lebt mit seiner Familie glücklich in New York und führt ein zufriedenes Leben. Eines Tages jedoch werden seine Frau sowie seine Tochter von Einbrechern( darunter Jeff Goldblum in seiner ersten Rolle) überfallen; die Tochter wird brutal vergewaltigt und ist danach traumatisiert und die Ehefrau stirbt an ihren Verletztungen.

Nach dem Tod seiner Frau reist Kersey von Wut und Depressionen besessen auf die Farm eines Rinderzüchters und erkennt dort sein Talent fürs schießen. Als "Abschiedsgeschenk" erhält er sogar einen Revolver.

Zurück in NY läuft er nur noch bewaffnet herum und lauert praktisch auf den nächsten Kriminellen, an dem er sich für das ihm wiederfahrene rächen kann.

Nach einem idyllischen Urlaub auf Hawaii schwenkt der Film direkt auf ein von Kriminalität verkommenes New York. An jeder Ecke lauern Diebe, Mörder und sonstiges Gesindel, in deren Handeln keiner eingreift. Der Justizappart wird als lahm und unzureichend präsent dargestellt. Sein Recht muss man sich hier allein mit brutaler Gewalt erkämpfen.

"Death Wish" ist ein knallharter Rachefilm, indem keine Gefangenen genommen werden. Mein Problem mit dem Film ist aber der Rachefeldzug Kerseys: Anstatt das Bronson die wahren Täter jagen kann tötet er kaltblütig jeden, der auch nur in entferntester Weise etwas mit der Unterwelt zu tun hat. Zwar hat er nach dem ersten Mord Schuldgefühle, jedoch wandelt der Film sich danach in eine Verkettung von Exikutionen. Bronson wird von einem Typ dazu gedränkt, im sein Geld zu geben Boom schießt er in völlig kalt nieder anstatt ihn einfach zu vertreiben.

Der gesamte Film wirkt dadurch absolut lächerlich(Kersey tötet eigentich nur Diebe und Kleinkriminelle) und verliert vollkommen an Spannung. Auf der anderen Seite ist das von Bronson gezeigte Verhalten schon fast pervers und schwer zu verdauen.

Besonderes störend ist für mich auch diese heuchelnde und indirekt als für die Selbstjustiz dargestellte Gesellschaft. Durch dieses Verhalten setzten sie sich auf eine Stufen mit den Kriminellen. Wenn der Film sich wenigstens nicht so extrem ernst nehmen würde, währe das Gezeigte wenigstens noch ertragbar. Jedoch wird man hier mit einer todernst gemeinten Botschaft zugedröhnt bzw geblendet.

Wo bitte sollen dann die Grenzen für die Todesstrafe gezogen werden ?!

Ein weiterer springender Punkt ist, dass man dem Film seiner Alter sehr anmerkt. Ich muss gestehen das ich mich teilweise extrem gelangweilt habe.

Bronsons Spiel als brutaler Rächer nimmt man ihm zwar ab, jedoch zeigt er kaum Emotionen und wirkt dadurch extrem hölzern. Ihn hätte man auch durch Chuck Norris ersetzen können. Die restlichen Darsteller sind in Ordnung, aber absolut austauschbar.

"Death Wish" ist alles in allem ein extrem langweiliger Film mit einer absolut menschenverachterden Botschaft. Das Bronson im Laufe des Films immer mehr zur brutalen Bestie wird und die Gesellschaft dies sogar indirekt duldet scheint wohl die wenigstens zu stören. Eine absolute Enttäuschung, da ich Bronsons Filme eigentlich bisher immer mochte. Von den Sequels werde ich fürs erste aber die Finger lassen, zumindestens bis ich diesen Scheiß einigermaßen verdaut habe...

Details
Ähnliche Filme