Für den braven New Yorker Paul Kersey (Charles Bronson) bricht eine Welt zusammen. Seine Frau und seine erwachsene Tochter werden in der heimischen Wohnung Opfer eines Gewaltverbrechens. Überfallen, verprügelt, misshandelt und vergewaltigt landet seine Frau im Leichenschauhaus und seine Tochter schwer traumatisiert in der Psychiatrie. Als Pazifist Kersey zufällig eine Schusswaffe in die Hände fällt, beschließt er das Gesetz selbst in die Hand zu nehmen und mit dem New Yorker Gesocks reinen Tisch zu machen...
Pitbull-Visage Charles Bronson in dem Film, der ihn zur Legende machte. Die Rolle des liebevollen Familienvaters nimmt man dem pothässlichen Kerl mit der Bud-Spencer-Reibeisenstimme (Synchronsprecher: Arnold Marquis) kaum ab. Da ist man geradezu erleichtert, wenn der Schnauzbartträger endlich zum schießwütigen Racheengel mutiert. Ab dem Zeitpunkt, wenn Kersey den Ballermann besitzt und auch regelmäßig bei seinen nächtlichen Spaziergängen bei sich führt, wird er permanent überfallen. Davor gar nicht. Aber das soll's ja geben, dass man mit einer bestimmten Ausstrahlung das Unheil wie magisch anzieht. Bronsons Gegner also: jeder Kriminelle, Langfinger und Handtaschendieb Brooklyns. DEATH WISH zeichnet, wie TAXI DRIVER, COMBAT SHOCK und BAD LIEUTENANT, ein überaus dreckiges, von Kriminalität und Verbrechen bestimmtes Bild von New York. Er prangert, genau wie DIRTY HARRY, sowohl die Inkompetenz der Polizei, als auch die Verkommenheit des New Yorker Pöbels an. Fraglich, wieso DEATH WISH gesellschaftlich mehr Anerkennung fand als Filme, wie z.B. LAST HOUSE ON THE LEFT und I SPIT ON YOUR GRAVE, in denen Frauen ihre Rache in die eigene Hand nahmen. Wahrscheinlich liegt es schon am Grad der Gewaltdarstellung, wenngleich man auch in DEATH WISH eine ziemlich deftige Vergewaltigungsszene serviert bekommt, die Sprüche begleiten wie "Wir werden dir den Arsch weit aufreißen, Mutter!" oder "Du wirst jetzt erstmal schön gevögelt!". Ein Popo wird mit einer Spraydose rot angesprüht. Ganz witzig: In der Rolle eines Vergewaltigers - Jeff Goldblum (INDEPENDENCE DAY, DIE FLIEGE), der hier sein Leinwanddebüt feiert. Starke Rolle für den Einstieg!
Bronson knallt also reihenweise das Gesindel ab. Das wiederholt sich dann ein paar Mal. Kersey avanciert zum Held in den Medien, zu einer Art bürgerlichem Batman. Und dann ist der Film auch fast schon wieder zu Ende. Kersey wird schwer verletzt von der Polente einkassiert, landet aber nicht im Knast, sondern wird der Stadt verwiesen: "Wir möchten, dass sie aus New York verschwinden. Für immer, wenn's geht." Am Ende sieht man ihn in Chicago ankommen. Was aus seiner Tochter und den Ganoven geworden ist, den eigentlichen Auslöser seines Rachefeldzugs, bleibt unklar.
Fazit:
Selbstjustiz-Klassiker mit dem Schnauzer des Todes.