Psychoanalytische Progrockprogrammierung
Nicht nur in musikalischer Form ein mutiger All-Timer. Auch in filmischer Umsetzung als Mix aus „Fantasia für Erwachsene“ und Anti-Kriegs-Demo/-Alptraum ein wirklich beeindruckendes und nachhaltiges Monument. In „Pink Floyd - The Wall“ gibt’s natürlich was auf die Ohren. Die bekannten Lieder aus dem gleichnamigen Album, inklusive Überhits wie „Brick In The Wall“ und „We Don't Need No Education“. Visuell wird das unterlegt mit einer losen (zwischendurch auch animierten) „Story“ über Krieg, Hass, Angst und… der Bestie Mensch?! Leider scheinbar unauslöschliche (auch aktuelle) Themen in der Natur und Geschichte unserer Spezies.
Mephisto im Bombenhagel. Den Sohn trifft des Sarges Nagel. Von Adlern und Angst, von Hass und der Spirale. Glatt wie ein Geist, unterschwellig entgleist. Keine Lehren gezogen, keine Schule benötigt. Steine in der Wand, an Schmerzen charakterlich erkrankt. Ein Wesen voller Wut, das der Erde und sich selbst nicht wirklich tut gut. Tauben kommen nicht weit, schnell verbrennt ihr weißes Kleid. Depressiv, voller Reflexionen. Kugelsturm, in der Seele der Wurm. Zwischenschnitte mit eisenstein'schen Wurzeln. Ein Seelenstriptease bei dem zu jedem Beat die Pfunde purzeln. Man muss persönlich die Musik nicht in den Himmel feiern, um nach diesem düsteren Brainstorm erstmal orientierungslos herumzueiern.
Fazit: Mehr als nur Musikvideos oder ein verfilmtes Konzeptalbum. Ein freud'sches Fest des menschlichen Makels. Künstlerisch aufbereitet und unangenehm schmerzhaft. Zwischen Rorschach und Wut im Bauch.