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Joaquin Phoenix spielt einen jungen Feuerwehrmann, der, nachdem er 2 Menschen das Leben retten konnte, im Keller eines brennenden Hochhauses eingeschlossen ist. Während sein Vorgesetzter und Freund John Travolta von außen einige Rettungsaktionen startet, erinnert er sich an sein Leben zurück. Angefangen mit seinem ersten Tag bei der Feuerwehr, bis hin zu seiner Hochzeit und seinen Kindern.

Die Story ist solide. Der Film kann die Ängste und Gefahren, die einem Feuerwehrmann täglich begegnen gut darstellen, auch wenn er dabei vielleicht ein bisschen zu dick aufträgt. Natürlich soll der Film dramatisiert werden, indem man sich auch mit Phoenix` Frau beschäftigt und ihn als relativ heroischen Mann darstellt, der unter Einsatz seines Lebens Menschen rettet. Aber an dieser Art der Charakterkonstruktion muss ein Film ja nicht scheitern. Der Erzählstil, der zwischen den Geschehnissen im brennenden Hochhaus und den verschiedenen Stationen im Leben von Phoenix wechselt, kann die Ereignisse ebenfalls dramatisieren. Darüber hinaus wirkt der Film im Gegensatz zu Ron Howards "Backdraft" noch einigermaßen realistisch und bemüht sich zumindest, die üblichen Klischees nicht mit einzubauen. Die Wendungen sind gut und ebenfalls einigermaßen realistisch. Alles in allem ist die Story für dieses Action-Drama ausreichend.

Der Film läuft ein bisschen langsam an, da der Erzählstil erst einmal beide Handlungsstränge in Schwung bringen muss. Der Mittelteil kann dann jedoch durch gute Action-Szenen und eine zunehmende Dramatisierung gut unterhalten und steigert sich zum Ende hin zunehmend. Das Finale, dass ganz klar auf die Tränendrüse drücken soll, ist zwar ein bisschen übertrieben emotional, ist jedoch spannend und beendet "Im Feuer" hervorragend. Alles in allem ist der Film sehr unterhaltsam.

Regisseur Jay Russel, der bisher eher durch ruhigere und getragenere Dramen in Erscheinung treten konnte, kann als Regisseur überzeugen. Er wählt einen guten Erzählstil aus und hält das Tempo so hoch, dass der Film nicht langweilig wird. Die Action-Szenen zeigen große und beeindruckende Feuersbrünste und können ebenfalls gut unterhalten. Vor allem bei der Musik leistet er gute Arbeit und kann besonders das dramatische und spannende Ende hervorragend unterlegen. Durch die ständige Gefahr im brennenden Hochhaus bleibt die Atmosphäre die ganze Zeit über gespannt.

Joaquin Phoenix spielt hervorragend. Er kann den engagierten und mutigen Feuerwehrmann glaubwürdig verkörpern, bleibt aber menschlich und zeigt auch Schwächen, anders als Kurt Russel in "Backdraft". Darüber hinaus kann er auch den liebenden Vater und Ehemann hervorragend verkörpern, wodurch das Finale noch dramatischer wird. John Travolta liefert bekanntermaßen sehr wechselhafte Leistungen ab, zeigt sich hier aber von seiner stärkeren Seite. Er wirkt ausnahmsweise weder unsympathisch, noch arrogant und hält sich überraschenderweise so zurück, dass das Hauptaugenmerk bei Phoenix bleibt. Der übrige Cast ist ebenfalls gut.

Nach dem 11. September, an dem die Firefighter endgültig zu den neuen Helden von Amerika aufstiegen und immerhin 14 Jahre nach Ron Howards legendärem Action-Epos "Backdraft" wurde es ja mal Zeit, dass Amerika das Thema Feuerwehr wieder für sich entdeckt. Man kann den Feuerwehrleuten, denen der Film gewidmet ist gerecht werden und versucht auf Klischees zu verzichten. Außerdem verzichtet man im Gegensatz zu "Backdraft" auf übertriebene und unrealistische Effekte, auch wenn der Film infolge dessen nicht so spektakulär wirkt. Man wird den eigenen Ansprüchen nicht ganz gerecht, kann aber den später erschienenen Oliver Stone Flopp "World Trade Center" bei weitem schlagen.

Fazit:
Mit einer soliden Story und einem ordentlichen Unterhaltungswert wird "Im Feuer" seinen Ansprüchen nicht ganz gerecht. Immerhin bemüht man sich um Realismus und trägt bei weitem nicht so dick auf wie Ron Howard in "Backdraft". Aufgrund der dennoch ansehnlichen Effekte, dem emotionalen Ende, dem guten Erzählstil und den beiden hervorragenden Hauptdarstellern kann sich der Film dennoch knapp über dem Mittelmaß einordnen. Das unterhaltsame Werk ist durchaus empfehlenswert.

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