Review

Ein richtig schön schundiger C-Film, der sein mehr oder weniger nicht vorhandenes Budget recht gut einzusetzen weiß. Als Mischung aus Untotenthematik und Mumienfilm sicherlich bisher so gut wie einzigartig, beginnt die Story noch recht konventionell.

Da werden erst mal zusammenhangslos ein paar Fellachen zusammengetrieben, obwohl die bösen Reiter nur mit Peitschen bewaffnet sind. Anschließend gehen wir über zu Einbalsamierung und Organentnahme samt Fluch und überspringen mal eben 5000 Jahre. Ein schneller Bildwechsel (die Felsenhöhle sieht noch genauso aus) und schon machen sich drei goldgeile Grabräuber an einen Bruch. Während sie Pause machen, taucht ein rivalisierendes Team auf, steigt ein und geht hopps, obwohl wir nie erfahren, wie. Und weil der Opfer noch nicht genug da sind, fliegen wir noch schnell einen Fotografen mit einem Sack voll Models ein, damit man auch was zu gucken hat.

Was hier niemand hatte, war offensichtlich ein gutes Drehbuch, daß mit der recht ordentlichen Qualität der Masken und Spezialeffekte mithalten konnte. Eine volle halbe Stunde wird mit Modelszenen vergeudet, während die drei Grabstümper um die Mumie rumhampeln. Die erwacht dann, allerdings in Zeitlupe über eine weitere Viertelstunde hinweg, weil die Fotoscheinwerfer so grell sind. Logik ade. Derweil überschlagen sich alle anderen in schlechter Schauspielkunst, denn wenn sonst übertrieben wird, herrscht hier Minimalismus an allen Fronten. Hölzern trifft es wohl am besten.

Als sich Mullbinden-Joe dann endlich auf Strümpfe macht, ist er so lendenlahm, wie nach dem zweiten Schuß ins Knie. Das hindert ihn später aber nicht, immer pünktlich zum Morden zur Stelle zu sein. Und wenn denn mal wirklich nicht hinterherzukommen ist, läßt das Drehbuch einfach einen Knallchargen so lange bewegungslos auf ihn schießen, bis er nahe genug zum Würgen gehumpelt ist. Beeindruckend übrigens, daß er nach 5 kompletten Milleniums immer noch über funktionsfähige Augäpfel verfügt.

Die flotten Ekeleffekte, die dann im letzten Drittel immer häufiger eingestreut werden, sind nett anzuschauen, aber nicht von überragender Qualität. Hier hatte der Maskenbildner mehr zu tun als der Effektkünstler. Leider verlieren Buch und Regie im Getümmel der Schlußhalbenstunde vollkommen den Überblick. Sowieso unerklärlich ist die Topographie der Umgebung, die Relation der Entfernungen zwischen Grab, Camp, See und komplettem Ägypterdorf samt Nachtleben. Sieht schließlich ganz so aus, als hätte man wahllos Meuchelszenen inszeniert und die dann wirr aneinandergeklebt.
Beachtlich dabei ist die Behendigkeit der Zombie, die gut zu Fuß sind und nach sparsamen Auftritten beim Sturm auf das Dorf plötzlich in Dutzenden aus den Häusern fallen. Ihr Chef kommt derweil nicht von der Stelle.

Schauspielerisch ist hier nichts zu holen, was durch die verwirrende Dramaturgie auch nicht gebessert wird. Tatsächlich wird hier die Vorspultaste des Zuschauers bester Freund. Am Ende sprengt man die Mumie (scheinbar) in die Luft, ein Coup, den man schon nach gut 25 Minuten durch lautstarke Erwähnung der Dynamitvorräte subtil vorbereitet hatte.
Wenn es also etwas zu vermerken gibt, dann ein wenig unfreiwilliger Humor, vorgebracht durch ein paar doofe Ägypter, ein ständig kiffendes männliches Model und eine keifende Alte, die solange rummotzt, bis ihr endlich der Hahn zugedreht wird. Ansonsten kann man sich nur an den paar groben Effekten festhalten, die aber auch nicht bretthart sind.

Ein Streifen aus dem Kuriositätenkabinett, für ein Nicht-Budget ganz ansehnlich, als unterhaltsamer Film unerträglich. Für Komplettisten 2/10.

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