Review

Leichen im Sand, Tick, Trick & Track und eine Horde voll schreiender Möchtegernmodels.

Wenn man an Mumien denkt, kommt einem vordergründig Boris Karloff in dessen Mumiemverfilmung Die Mumie (1932), Die Rache der Pharaonen der Hammer Studios und die Hollywoodverfilmungen um die Jahrtausendwende in den Sinn, doch dazwischen, als das europäische Kino den Riecher der Zeit rochen, also nach Romeros Dawn of the dead, taten sich allerlei Regisseure auf, das Horrorgenre zum explodieren zu bringen. Da reden wir, wenn wir Romero in den Mund nehmen eigentlich von Zombies und italienischen Ablegern, doch dieser amerikanische Ableger, 1981 erschienen, versucht mit einer grundtypischen Mumienstory mit Zombieanleihen auf diesen Zug aufzuspringen. Das beweist nicht nur der reizende Alternativtitel Dawn of the mummy, sondern auch die hoffnungsvoll beschriebenen Untoten hinten auf der Dvd - Hülle, die schier unglaublichen Hunger auf Menschenfleisch haben.

Das Grundgerüst an Story, mit allerlei Klischees des Mumienfilms vereint, präsentiert uns dann zunächst eine reichlich hoffnungsvolle Szene, ungefähr angesiedelt vor 10000 Jahren, in der ein toter Pharao beigesetzt wird und dessen Grab verflucht wird. In der Neuzeit angekommen braucht man ein paar Interessierte, hier natürlich die Gruppe Grabräuber, vorn mit dabei der olle (T)rick und seine doofen Gefolgsleute, einer unter ihnen, der die Weisheit nicht mit Löffeln gefressen hat und nach Sekunden schon nervt und ein Anderer, der keine wesentliche Rolle spielt. Eigentlich typischer Stoff, der an Machwerke wie Fluch des Pharao, ein Abenteuer aus den 60ern erinnert, doch da wären ja noch die Horden von Zombies. Zuerst gibts nichts mit Zombies, stattdessen dürfen wir viel zu lange Zeit stereotype Kameramänner mit zickigen Models bewundern, die die Grabstätte als Blickfang für ein Shooting entdecken.

Da gibts nicht viel Spannung und Atmosphäre, aber wenigstens ne olle Mumie, offengelegt, die wunderschön ins Bild der Fotografen passt. Die obligatorische Dame, hier auch die Verrückte genannt, prangert gen Auferstehung gegenüber der Schänder, doch die wollen nichts hören. Der Zuschauer wartet unterdessen auf Gedärmeaction und muss feststellen, dass eine rumliegende Mumie, die vom Licht der Fotografen langsam grünschmilzt, die solangsam aufkeimende Langeweile unter Grabräubern und Models nicht so wirklich trüben kann, da bringen auch die blanken Brüste in einer vollkommen zusammenhanglosen Romanzenszene nichts. Die tolle Maskenarbeit kann nichtmal in Ansätzen das hundsmiserable Drehbuch kaschieren, dass sich fortan, also nach der viel zu späten Auferstehung nicht zwischen belangloser Dialogszene und dem Gesicht des dummumherstehenden Mumienpharaos entscheiden kann. Hoffnung wechselt sich ab mit Ernüchterung, wobei der Höhepunkt immer verspielt wird.

Das Beste daran, das kommt freilich erst nach gefühlter Minute 50, ist immer noch die fulminante Szene, als eine Horde Untoter im Wüstensand das Licht der Welt erblickt (oder eher den Blaufilter, der die Nacht vorgaukeln möchte). Das erinnert ein wenig an Francos Oasenzombies, bloss ohne Nazis die quarken, diesmal aber mit fauligem Klopapier und ein wenig Geschmodder. Das fällt filmtypisch für diesen C-Movieschund recht billig aus, aber die Axt in Kopfszene ist da dennoch ein leichter Lichtblick, wobei dann auch mal in Ärme und Hälse recht unspektakulär gebissen wird. Herr Oberzombie....äh ,-Mumie steht dann als mal rum und erwürgt die Leutchen, wobei dort leider immer noch keine Spannung aufkommt.

Fazit:
Ein Film, dessen Cover besser als das Seherlebnis ist. Langweiliger Schundheuler, der statt auf Spannung und Atmosphäre lieber auf belanglose Dialoge, zusammenhangloses Geblubber und ansehnliche Mumienmasken setzt. Die Mumie des Pharao - ein Oase der Zombies in minimal besser. Für Komplettisten der CMV Trash Collection empfohlen, für nen spannungsgeladenen Horrorabend mit Zombies bzw. Mumien eher weniger.

37%

Goregehalt: 44%
Schmunzelfaktor: 56%
Stellungswechsel auf der Couch: 10+
Biere zum schön trinken / Trashwertung: 7/10

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