Ein mumifizierter Pharao samt seinen untoten Untertanen, darf sich aufgrund eines Fluches aus der Grabkammer erheben. Der italienische Film kombinierte auch schon Kannibalen und Zombies, doch eine Mumie samt Untote bietet nur die trashiger 80er Jahre Produktion "Die Rache der Mumie". Der Auftakt spielt sich im Jahr 3000 v. Chr. ab, hier werden erst ein paar Menschen mit Peitschen gejagt und schließlich samt Pharao Safiraman begraben. Die Grabkammer wird noch mit einem Fluch belegt, der aber nicht erklärt warum die Finder 5000 Jahre später solche Verätzungen davon tragen.
Besser gesagt, die Finder der Grabstätte sind eine dreiköpfige Gruppe von Grabräubern und deren Konkurrenz dringt nachts heimlich in die Grabkammer ein und plötzlich beginnen ihre Gesichter zu schmilzen. Doch Frank Agrama (Die Tollen Abenteuer der Queen Kong) scheint hier nicht mal ein fertiges Drehbuch gehabt zu haben, denn alles wirkt wie improvisiert und unmotiviert zusammengeschnitten. Hätte man sich wenigstens mit der Auferstehung von Safiraman beeilt, doch vorher muss noch ein Fotograf mit seinen Models auftauchen. Die Grabkammer ist da natürlich der perfekte Ort für die Frauen, um vor der Kamera zu posieren.
Den Grabräubern bleibt nichts anderes übrig, als gute Miene zum bösen Spiel zu machen, denn sie gaben sich als Archäologen aus, dabei sind sie nur hinter dem Gold von Safiraman her.
Und so dümpelt das Ganze dann vor sich hin, bis der Pharao endlich den Hintern aus dem Sarkophag schwingt. Wahrscheinlich weil er zu sehr mit den Schweinwerfern angestrahlt wurde, aber man erinnere sich an den Fluch, denn jeder der die Grabkammer betritt ist des Todes. Schließlich rennt hier nicht umsonst eine alte Frau durch die Gegend, welche diese Warnung wiederholt ausstößt.
Doch das langweilige Geschwätz und ständige Gekreische der Möchtegern-Darsteller ist nur schwer erträglich und trotz des frisch erwachten Pharaos will noch nicht wirklich etwas passieren. Stattdessen schwenkt man zwischen Wüstencamp und der Stadt hin und her, wobei die Charaktere nur Abziehbilder bleiben. Nichtmal deren Namen bekommt man richtig zu hören, geschweige denn, dass irgendein Sympathieträger vorhanden ist. Hinzu kommt, dass sich der Großteil des Films im Dunkeln abspielt und die Ausleuchtung alles andere als gut ist.
So sind selbst die wenigen Goreeffekte nicht immer erkenntlich, obwohl Safiraman seine Opfer größtenteils nur erwürgt. Der Höhepunkt dürfte wohl das Fleischbeil sein, welches in einem Kopf landet, ansonsten sorgen die Zombies für ein paar blutige Bisswunden, inklusive kleiner Fressorgien. Hier hat man auch ganz gute Arbeit geleistet, viel wichtiger wäre aber ein vernünftiger Spannungsbogen gewesen. Auch sehen Safiraman und seine untoten Untertanen nicht gerade bedrohlich aus. So langsam wie sie sich bewegen bleibt auch fraglich, wie sie den weiten Weg in die Stadt zurücklegen konnten. Deswegen bleiben viele ihrer Opfer auch einfach stehen, schreien vor Angst, oder ballern so lange, bis sie von den schlurfenden Wesen eingeholt wurden. Wo die ganzen Zombies im Finale herkommen weiß auch keiner, da gibt es eine ganze Invasion, dabei waren es vorher nicht mehr als ein Dutzend. Und Safiraman hat nach 5000 Jahren Ruhepause sogar noch Augäpfel, was für ein Wunder. Doch immerhin darf es im Finale ein wenig rund gehen, schließlich bleibt als letzte Alternative dem Pharao mit Dynamit auf den Pelz zu rücken.
"Die Rache der Mumie" könnte durchaus ihren soliden Unterhaltungswert besitzen, wären da nicht zahlreiche Durststrecken. Leider bleiben auch jegliche Charaktere völlig gesichtslos, während zumindest bedingt der brauchbaren Kulisse etwas Atmosphäre aufkommt. Die sparsam gesetzten und nicht sehr blutigen F/X sind ganz gut gemacht, der Score auch passabel, aber man hätte für eine bessere Ausleuchtung sorgen müssen. Gerade wenn es mal zur Sache geht, stört die Dunkelheit. Hinzu kommen nervige Darsteller, mehr als knappe 3 Punkte sind nicht drin.