Review
von Leimbacher-Mario
Walk Like An Egyptian
„Dawn of the Mummy“ kam Anfang der 80er zwischen altem Hammer Studios-Flair, totalem Trash und natürlich dem allein schon im Titel angedeuteten Fahrwasser von Romeros Zombiewelle in die Videotheken und Bahnhofskinos Europas. Es ist ein im Sarkophag getarnter Sand-und-Oasen-Slasher über eine Gruppe von Models und Schatzsuchern, die sich den Zorn einer legendären Mumie auferlegen, als sie dessen Jahrtausende altes Grab durch die Gier auf Geld und Gold schänden…
Was ein sandiger Schmarn! Das muss man schon betonen, da muss man schon warnen. Das sollte man mit Humor und Geduld nehmen. Denn „Dawn of the Mummy“ ist alles andere als ein Geheimtipp oder guter Film, da muss man ehrlich mit sich selbst und dem Werk sein, da muss der Geschmack schon gut Richtung „so bad it's good“ driften, um hier nicht gänzlich abzuschalten. Die Models sind dümmlich aber sexy, die Wüste ist die meiste Zeit ganz klar eher Italien als Ägypten, vor allem das erste Drittel zerrt schon arg an den Nerven gänzlich ohne Handlung oder Spannung. Letzteres darf man aber auch den Rest des Films nicht wirklich erwarten. Das Design und der Schmodder der Mumie und seiner „Armee“ ist noch okay. Der ein oder andere Kill splattert ein wenig. Doch seine wirkungsvollsten Qualitäten findet diese grenzdebile Sandburg gänzlich in der unfreiwilligen Komik. Etwa wenn der Hauptschatzjäger hysterischer und ausdauernder nach Gold schreit, geiert und giert als der Räuber Hotzenplotz, wenn am Ende noch ein längst verschollen geglaubter Typ in's Happy End hüpft, wenn die Mumie schneller Distanzen überbrückt als der Flash, wenn die deutsche Biersynchro mal wieder völlig überdreht und wenn eine ägyptische Hochzeit hysterisch durch die Mumienzombies gesprengt wird. Aber all das war so sicher nicht gewollt vom ägyptischen Regisseur in einem klaren und untalentierten Egoprojekt in das er mal ein wenig seines Vermögens gesteckt hat - als Abwechslung zu den Steuerhinterziehungsparties, die er wohl zu der Zeit u.a. mit seinem Kumpel Bunga Bunga-Berlusconi gefeiert haben soll… Kann man sich jetzt aussuchen, was sinnvoller ist und die Welt mehr braucht.
Fazit: das letzte Viertel dreht gut auf, die Mädels sind nett für's Auge, die Mumie und sein Gefolge sieht optisch solide aus - aber im Endeffekt taugt dieser lahme Einbalsamierungsslasher nur in den seltensten Fällen für Trashfans und ist ansonsten nie ernst zu nehmen, kompetent oder gruselig. Verläuft im Sand, die erste Hälfte kann sich sogar schmerzhaft ziehen.