Review

Typischer Fall von Kundenverarsche: Megababe in schwarzen Lederklamotten mit fetter Knarre auf dem Cover und die einzige Szene im Film, in der sie zum Einsatz kommt, ist im Supermarkt, für 5 Sekunden, ohne abgefeuert zu werden, ohne Sinn und ohne Verstand, wie eigentlich der komplette Film. Die Action beschränkt sich hier auf drei kurze, unspektakulär choreographierte Zweikämpfe, die insgesamt gerade mal 30 Sekunden ausmachen dürften. Der Rest ist Comedy und Lovestory.
Die Grundidee ist eigentlich ganz OK. Nordkoreanische Jungagentin muss zum ersten Mal in den Süden um einen flüchtigen Kollegen zu fangen, der mit der Portokasse einer Agentenzelle stiften ging. Zu dem Zweck muss die Agentin bei Genossen im Süden untertauchen, die das Agentengeschäft nur noch widerwillig in Teilzeit betreiben, mittlerweile die Vorteile des Kapitalismus entdeckt haben und hausgemachtes Junk Food per Post vertreiben. Und diese Szenen in der Gastfamilie sind die einzig witzigen im ganzen Film. Die Liebesgeschichte ist für den Eimer. Das Konkurrenzgebalge mit den Kolleginnen im Burger King, wo die Agentin zur Tarnung arbeiten muss, ist sinnlos und da sich die Kontrahenten dabei nicht Klamotten vom Leib reißen, auch nicht interessant. Die Schüler der nahe gelegenen College Vorbereitungsschule, die peinlich sabbernd um ihr herum rennen und der eine, der zufällig aus dem Mob hervorsticht und sich „tatsächlich“ in sie verliebt … keinen Meter originell – vor allem für Europäer, die als Mitte-zwanziger nicht den restlichen Tag mit Ständer durch die Stadt rennen, wenn sich eine Burger King Bedienung mal etwas weiter über die Tresen beugt.
Erschwerend kommt hinzu, dass die Geschichte in der ersten Hälfte praktisch zweigeteilt (und in Vorblenden) erzählt wird - was oft funktioniert, hier aber nur langweilt. In der zweiten Hälfte gibt es erst die üblichen Verwirrungen, bevor man dann zueinander findet, wieder auseinander gerissen wird, sich mit viel Tränenfluss nacheinander sehnt und am Ende … ob einer der beiden stirbt oder ob sie zusammen finden, sei hier jetzt mal nicht verraten. Beide Möglichkeiten gibt es in Südkorea zu gleichen Teilen.
Auf jeden Fall folgt der Film schön dem Trampelpfad der anderen Teenie-Comedy-Melodramen aus Südkorea der letzten Zeit, nur eben hier besonders langweilig und dumm.

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