Review

kurz angerissen*

Handwerklich macht das Siedlungsbauten-Kammerspiel um einen lästigen Klempner in der Wohnung einer verunsicherten Studentin den Anschein einer Fingerübung, auf welche die ganz großen Taten erst noch folgen sollen. Entstanden ist er allerdings einige Jahre, nachdem Peter Weir mit „Picknick am Valentinstag“ bereits einen der bedeutsamsten Mystery-Klassiker vorgelegt hatte. Den nachrückenden und mit der Erfahrung dieses Klassikers ausgestatteten Platz in der filmografischen Rangfolge erringt „The Plumber“ dann nach gründlicher Reflektion: Was die gesamte Laufzeit über wie ein Psychothriller mit leicht übertrieben angelegten Figuren aussieht, verwandelt sich flugs in ein manipulatives Spiel mit der Empathie des Zuschauers.

Ausgesprochen wenig benötigt Weir, damit sein minimalistisches Konzept aufgeht: Er dreht in einem kleinen Apartment in Adelaide mit Schauspielern aus der australischen Soap-Opera-Landschaft, leuchtet natürlich, fast im Dogma-Stil aus, liefert Close Ups und schiefe Winkel, banalen Smalltalk mit unbehaglichem Subtext. Die Tendenz zur Übervorsicht spielt er geschickt gegen Andeutungen von Gefahr aus und spricht damit die Angst vor Fremden in den eigenen vier Wänden an, vergönnt uns aber bis zum Ende nicht die Genugtuung, auf die Regeln des Invasions- und Terrorkinos zurückzugreifen, das wenigstens Erlösung verspräche. Die Situation mutiert in etwas zunehmend Unangenehmes, das sich im Rohrsalat des völlig aus der Form geratenen Badezimmers reflektiert, bricht aber nicht aus – so dass eine Auflösung, die für einen Spielfilm unspektakulärer eigentlich kaum sein könnte, dennoch alles in völlig anderem Licht erscheinen lässt.

*weitere Informationen: siehe Profil

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