Trugschluss aus taiwanesischen Landen, der dem Titel und seiner Besetzung mit u.a. Kara Hui Ying-hung und To Gwai-fa auch als Vertreter der damaligen girls with guns Welle so fast überhaupt keine Entsprechung im Film selber, und dafür vielmehr die abschreckende Attrappe für einiges Melodrama in einer überaus wirren Erzählung gibt. Theoretisch justiert in Japan, dort um eine Gruppe von aus diversen Gründen vorübergehend gestrandeten Frauen, ihren mehr oder minder gemeinsamen Schwierigkeiten mit der Underground Society und den Antworten dieser Pretty Women at War [ AT ] gesetzt, entpuppt sich das Geschehen als beizeiten materiell und formell niederschlagende Katastrophe, dass einzig durch manch absurde Gebärden wie dem Rambo - mäßigen Showdown eines ehemaligen soldatischen Helden in Stirnband, Lendenschurz, Kriegsbemalung, und sonst viel Langeweile und einem Reigen voller Inkompetenz am Auffallen ist:
Japan. Seit einiger Zeit aufgrund von ständigen Streit mit ihren intervenierenden Eltern von ihrem Verlobten Chih-lin [ Ko Keung ] getrennt, erfährt die junge Tsui-lian mit ihrem Besuch aus Taiwan von dessen neuer Frau und dem gemeinsamen Kind. Aus Frust und Trauer darüber, und ohne zu Wissen, dass Chih-lin dies nur zum Schutz seiner Verlobten vorgespielt hat, rutscht Tsui-lian in die Prostitution ab, wo sie eines Tages von der Polizei [ im Cameo von Goo Goon-chung ] verhaftet wird. Mit ihr im Wagen, auf dem Revier und auch von Tsui-lians Zuhälter Yang-liu [ Chang Yi-tao ] gemeinsam wieder auf freien Fuß gebracht sind die wegen Randale aufgefallene Huai-tzu [ To Gwai-fa ] und die gerade frisch bestohlene und so ohne Gepäck, Geld und Papiere hilflose Touristin Ah-phon [ nur Eine von Vielen: Kara Hui ], die eigentlich nur ihren Onkel Huang [ Wong Cheung ], einen Restaurantbesitzer besuchen wollte. Kaum in der Freiheit, gelangt das Frauentrio in die nächste Bredouille; werden sie doch von dem als Menschenhändler entpuppenden Yang-liu verfolgt und steckt auch Huang in Scherereien mit der ortsansässigen Shao-lin Group, die mit großzügigen Kreditvergaben ihr kriminelles Spiel anfangen und mit gewalttätigen Übernahmen der jeweiligen Pfandtümer noch lange nicht aufhören. Die Sache wird noch komplizierter, als Chih-lins älterer Bruder Chih-lung [ Pai Ying ] zurückkommt, der vor zwei Jahren wegen der Fahndung der Polizei kurzfristig das Land verlassen hat und noch Geldansprüche gegenüber der Shao-lin Group stellt.
Gedreht ist das buchstäblich auf verlorenen Posten befindliche Malheur von Hon Bo-cheung, der nach wohl langer Pause und einem Dutzend beliebiger Beiträge zum 70er Jahre Martial Arts Kino sein Talent und Können oder gar das Interesse daran hier nicht wirklich noch im späten Alter entdeckt hat. Vielmehr gestaltet sich das Ganze – nach einem "Best of" der coming attractions, dass schon selber fast zum Abschalten verleitet – als eine Abfolge scheinbar nach Gutdünken aneinandermontierter, meist von ungefähr etwas mit dem großen Zusammenhang zu tun habenden Szenen, von denen einige wenigstens albern oder gewalttätig im Extrem, die meisten anderen aber nur unplanmäßig, unmotiviert und auch sonstwie noch kümmerlich, da abgeschmackt, unästhetisch und antriebsarm wirken.
Wenigstens ist der Auftakt einer scheinbar zerbrochenen Idylle, die wie so oft im Leben einem anderen Ideal Platz machen und Tribut zollen musste, noch halbwegs im Sinne von Empathie und Teilnahme an dem Geschehen gedreht. Der Traum der Großen Liebe, die angesichts einer (vorgetäuschten) neuen Ehefrau samt Nachwuchs (scheinbar) ausgeträumt und dies auch noch der Anfang allen Übels ist. Gegenübergestellt wird dies Schicksal vom freiwillig gewählten Absturz in die Prostitution als Trotz- und Selbstkasteireaktion mit den Erlebnissen der anderen Frauen, die im Motto vom Geteilten Leid als dem Halben Leid und schon aufgrund ihrer Heimatverbundenheit den späteren Kampf gegen das männlich gesteuerte Unheil aufnehmen. Drumherum ein undurchwirrbarer Brei aus diversen Liebeleien und zurückliegenden und noch anhaltenden oder wieder aufgenommenen Betrügereien in der Kleinwuchstriade, inszeniert in einer primitiven Bloßstellung von nichtvorhandenen Erzähl- oder auch visuellen Fähigkeiten, in der noch nicht einmal der Zeitgeist, geschweige denn eine abhängig davon oder unabhängig selbständige Zustandsschilderung des Geschehens möglich wird.
Nicht nur, dass die Handlung weder Fisch noch Fleisch, weder Action noch Drama noch Exploitation (mit unappetitlichen Strip-, Auspeitsch- Vergewaltigungsszenen) und und auch nicht so richtig, aber noch am ehesten Groschenheftkrimi im Bahnhofskino-Stil ist, auch wirkt man selbst optisch wie gute 6-8 Jahre zu spät. Das gilt für die Frauen ebenso wie für Schnitt und Kadrierung, auch die Behausung, die hier gebotene Räuberpistole und der allgemeine Tenor dessen erinnert stark an frühe Ausflüge von Luk Siu-fan [ The Lady Avenger (1981), The Anger (1982), Kill for Love (1982) ] bzw. deren danach folgenden IFD Films & Arts Ltd. Bearbeitungen. Der Ablauf bekommt weder Fokus noch Farbe noch Sonne in die Verbrecherwelt, nistet und haust sich in einem trüben Einerlei aus müdem Grau, Braun, Beige und kränklich aussehenden Gelb und abgestandenen Vintage Möbeln in dunkler Kaschemme ein. Ein gänzlich vernachlässigtes Stück aus dem dörflichen Museum, Abteilung Staubfänger, ohne Öffnungszeiten und auch sonst ohne Gespür für Rhythmus, Minute, Stunde, Tag und Jahr.
So erfolgt die Flucht der Damen in drei Etappen, in der man binnen von Sekunden auch drei gänzlich verschiedene Orte und als Abschluss dessen endlich ein heißgeliebtes Fabrikgebäude kurz vor dem baulichen und narrativen Zusammenfall erreichen kann. Einige gleichfalls unattraktive Kampfszenen verschwächter Choreographie in diesem zugemüllten Steinverhau, dem Restaurant und einem düsteren Parkhaus mit wenigstens dem Mindestmaß an richtigen Empfindungen und Gedanken, wenn schon auch nicht der Umsetzung dessen schließen sich an.