Review
von Leimbacher-Mario
Mein Nachbar der Terrorist
In Zeiten von Taliban, IS, Pegida, Homeland & gefühlt mehr kleineren Kriegen & Konflikten als je zuvor, ist ein Film über einen Terroristen eher gewöhnlich als innovativ. Arlington Road über einen zwielichtigen Nachbarn, der ein dunkles Geheimnis zu verbergen scheint, war seiner Zeit aber nicht nur weit voraus, er wirkt auch heute noch überraschend, innovativ & beängstigend. Wenn man dem Film etwas nicht vorwerfen kann, dann dass er nicht aktuell sei oder schlecht gealtert.
Woran liegt es, dass der Thriller auch nach einem unserer Gesellschaft veränderten Jahrzehnt noch so gut funktioniert? Hier genug Gründe: an der Unberechenbarkeit, einem genialen Schauspielduell, dem teuflisch-guten Finale & dem alltäglichen & trotzdem nicht greifbaren Thema des allgegenwärtigen Terrorismus + dem bösen Nachbarn.
Zeitweise weiß man wirklich nicht wohin sich die Geschichte entwickelt, obwohl man natürlich merkt, dass mit dem Nachbarn irgendetwas nicht stimmen muss. Aber spätestens das Ende bläst jeden noch so wendungserfahrenen Zuschauer weg - eines der besten Enden aller Zeiten, vergleichbar mit Fight Club. Jeff Bridges gegen Tim Robbins? Muss man eigentlich nicht mehr zu sagen, zwei geniale Schwergewichte im Schauspiel, ein packendes Psycho-Duell. Und das Thema Angst vorm unbekannten Nachbarn scheint aktueller denn je & eine unserer Urängste. Insgesamt also eine explosive Mischung, bei der Langeweile ein Fremdwort ist & die immer wieder gut unterhält, selbst wenn man weiß wohin sich die Geschichte entwickelt. Ganz starker Thriller, einer der unterschätztesten Filme der frühen 00er-Jahre!
Fazit: seiner Zeit gespenstig voraus, hervorragend gealtert & noch immer ein Nail-Biter mit Schock-Ende!