Als "The Tesseract" 2003 entstand machte Regisseur Oxide Pang Chun bereits durch Filme wie z.B. "Bangkok Haunted"und "The Eye" (Teil 1 und 2) auf sich aufmerksam. Waren diese früheren Werke noch dem Horror- bzw. Gruselgenre zuzuordnen beschreitet er hier das Thriller - Terrain. Und genau dies ist ihm mit "The Tesseract" hervorragend gelungen.
In erster Linie lebt der Film von der verschachtelten Art und Weise wie er erzählt wird. Er erinnert aufgrund seiner Handlungsstränge und der unchronologischen Reihenfolge der einzelnen Aktionen stark an "Memento", jedoch ist die Vielfalt der Handlungsstränge, zumindest zu Beginn, wesentlich umfangreicher als bei "Memento". Der Film beginnt gleich mit einer Erklärung des Filmtitels, welche es schon einiges an Sachverständniss benötigt um diese erste Hürde als Zuschauer problemlos zu meistern. Kurz und bündig: Das Tesseract ist ein vierdimensionaler Würfel mit 16 Ecken, 32 Kanten, 24 Quadrate und wird durch 8 dreidimensionale Würfel begrenzt. Logisch, war ja klar. Kurzum: Nichts anderes als wir in "The Cube" zu genüge zu sehen bekamen.
Trotz allem laufen die einzelnen Handlungsstränge gekonnt in sich zusammen und ergeben ein zwar nicht all zu langes, dafür aber sehr gelunges Finish. Gute Aufmerksamkeit ist allerdings bei "The Tesseract" Pflicht um nicht mittendrin irgendwo den Faden zu verlieren.
Die Kameraführung ist ein weiteres Highlight von "The Tesseract". Obwohl ein Großteil des Filmes in Zeitlupe abläuft, tut dies dem Sehvergnügen in keinster Weise einen Abbruch - dies auch aufgrund der gekonnten und sehr gut in Szene gesetzten musikalischen Untermalung. Explizit bei Schusswechseln, vor allem wenn Patronen zielsicher ihr Ziel erreichen wird dabei auf´s kleinste Detail geachtet und auch nicht an Kunstblut gespart.
Die Darsteller machen ihre Sache durchweg gut bis sehr gut. Speziell ist dabei Jonathan Rhys Meyers ("Alexander, "Mission Impossible 3"), der drei Jahre nach diesem Film für "Elvis" einen Golden Globe einheimste, zu nennen. Alles in allem aber von der gesamten Darsteller - Riege ein gute Leistung.
Im großen und ganzen ergibt sich aus allen Gesichtspunkten mit "The Tesseract" ein sehr guter, wenn auch nicht Neuland betretender Thriller. Wer also an "21 Gramm" oder "Memento" seine wahre Freude hatte, wir hiervon schlichtweg begeistert sein. Wer dabei wiederum Verständniss - Probleme hatte, sollte es sich lieber zweimal überlegen ob "The Tesseract" für Ihn der richtige Film ist.