Die junge Lisa (Katherine MacColl) erbt in Lousiana ein altes Haus und möchte es zu einem Hotel umbauen. Nach und nach geschehen unheimliche Dinge, und schliesslich trifft Lisa die blinde Emily (Sarah Keller), die sie eindringlich davor warnt, noch länger dort zu wohnen. Zusammen mit dem Arzt John (David Warbeck) kommt sie dem Geheimnis um das alte Haus auf die Spur : es ist auf einem der siebenTore des Schreckens erbaut...
Es gibt genug Filme, bei denen eine Beschlagnahmung völlig egal ist, weil sie so schlecht sind, dass sie eh niemanden wirklich interessieren. Bei "Geisterstadt der Zombies" aber ist die Beschlagnahmung fast schon als tragisch zu bezeichnen, weil dadurch der deutschen Öffentlichkeit einer der atmosphärischsten und genialsten Horrorfilme aller Zeiten vorenthalten wird. Der Film gilt gemeinhin als das beste Werk des italienischen Horror-Grossmeisters Lucio Fulci - und ist es auch ! Die Splatterszenen werden - wie bei Fulci üblich - nicht schnell und kurz eingesetzt, sondern endlos ausgewalzt. Minutenlang kann man aus nächster Nähe beobachten, wie Lisa's Bekannter Martin von Vogelspinnen nahezu zerfleischt wird (man fragt sich nur was Vogelspinnen in der Stadtverwaltung zu suchen haben !) oder wie am Anfang des Filmes der Maler von einem wütenden Mob an die Wand genagelt, mit Ketten geschlagen und mit Ätzkalk überhäuft wird. Wie man es ebenfalls von Fulci kennt, gibt es keine kleinen Fleischwunden : aus jeder Verletzung strömen Blutfontänen heraus. Man muss zugeben, dass die Splatterszenen sehr selbstzweckhaft wirken, nicht umsonst hat man Fulci immer als Schmuddelfilmer angesehen. In der Sequenz, in welcher der kleinen Jill nach ihrer Verwandlung zur Untoten die obere Kopfhälfte weggeschossen wird, ging Fulci dann meiner Ansicht nach auch etwas zu weit. Andererseits wirken die Splatterszenen für heutige Verhältnisse stark antiquiert und teilweise sogar lächerlich, so dass man sie nicht wirklich ernst nehmen kann. Der Film überzeugt in erster Linie auch nicht durch seine Spezialeffekte, sondern die düstere Atmosphäre.
Fulci selbst wollte einen Film praktisch ohne Handlung und Logik drehen, der nur aus einer Abfolge von Bildern besteht. Genau diesem Anspruch ist Fulci gerecht geworden: die Story ist sehr minimal gehalten und bietet absolut nichts neues. Im Gegenteil: vieles wirkt einfach sinnlos. Die Bilderflut aber ist grandios: es gibt kaum einen Film, der so eine stimmungsvoll-düstere Atmosphäre zu produzieren vermag wie dieses Werk. Der Film ist eine einzige Metapher : Gemälde, die Anfangen zu bluten, ein blindes Mädchen als Medium zwischen Lebenden und Toten, Menschen werden gekreuzigt wie einst Jesus Christus, in leeren Räumen hört man Stimmen, usw. Allein ein Blick in die Augen der blinden Emily erzeugt mehr Gänsehaut als viele Filme in ihrer gesamten Laufzeizt zu erzeugen vermögen. Dazu kommt der geniale Score von Fulci's Haus- und Hofkomponisten Fabio Frizzi : er besteht aus düsteren Klängen, die nicht selten von choralen Gesängen unterstützt werden. Naturgemäss kann solch ein düsterer Film nicht in einem Happy-End enden, vielmehr ist es ein Ende, welches den Zuschauer nachdenklich zurücklässt. Zum Glück fügt sich auch die deutsche Synchronisation in das ausgezeichnete Gesamtbild : sie ist vollkommen in Ordnung (schliesslich sind hier renomierte Synchronsprecher wie Hans-Georg Panczak am Werk) und macht nichts von der unheimlichen Atmosphäre zunichte, auch wenn die Lippenbewegungen der Schauspieler nicht selten ziemlich asynchron zu den gesprochenen Worten sind.
Fazit : dieser Film ist Fulci's Meisterwerk ! Man sollte sich den Film möglichst Abends anschauen und über eine Soundanlage hören, um die gruselige Atmosphäre voll aufzusaugen. Dann wird man sich über den ausgeprägten Tiefenbass wundern, der das Zimmer zum beben bringt. Mein Traum ist es, diesen Film in guter Bild- und Tonqualität (und natürlich ungeschnitten !) in einem Kino zu sehen - dies aber dürfte aufgrund der Gesetzeslage nicht realisierbar sein.