Review

Hier ist er endlich. Der Höhepunkt und eine der wenigen wirklich funktionierenden Symbiosen von Splatter und Grusel des Italo Horrorkinos ist geschafft. Selbst Quentin Tarantino war so beeindruckt das er diesen Film höchstpersönlich mitte der 90er technisch stark aufgewertet nochmal in die Kinos brachte.

Deutschland war an diesem Film nicht unbeteiligt. Der Alemannia-Arabella Filmverleih ist für den hohen Gore (Geld) Anteil mitverantwortlich. Von ihm kam auch der deutsche Titel. Geisterstadt der ZOMBIES denn die waren Ertragsgarant. Ob sie sich der wegweisenden Qualität des Films bewusst waren wag ich zu bezweifeln.

In einigen Reviews wird hier eine eingehaltene Storyline bestätigt doch dem ist nicht so. Dardano Sacchetti und Fulci pfuschen wieder so lange am Drehbuch daß de Rossi und Salvati so richtig loslegen können und eine noch nie zuvor realisierte Orgie aus zeitgemäss überdurchnittlichen Splattereffekten und Tiefenschärfespielereien celebrieren dürfen. Das alles untermalt Fabio Frizzi mit seinem wohl besten Sountrack.

In einem Südstaaten Hotel wird im 19ten Jahrhundert ein Künstler brutal ermordet. Diesen schon sehr effektvoll in Szene gesetzten Vorspann hatte nur Deutschland in Farbe.
Flammen, Frizzis Chor, Vorspann und keine andere wie Italo Scream Queen Catriona MacColl erbt eben dieses verwunschene Hotel. Natürlich passieren nach kurzer Einführung sofort mysteriöse Dinge daß de Rossi blos keine Langeweile bekommt und der Horror nimmt seinen Lauf. Viele Unzulänglichkeiten werden folgen aber man spürt förmlich das Team will hier den ultimativen Horrorfilm drehen. Nach einem in Grossaufnahme ausgekratzen Auge folgt sofort eine brilliant fotographierte, schier endlos scheinende Brücke. And the Show goes on....

Das Finale ist für Fulci verdammt mitreissend. Kein Happyend nein die Hauptdarsteller kommen in den Strudel der Unendlichkeit. Sie sind gefangen und haben sich nicht retten können. Der Set und die langsam einsteigende Zeitlupe vermitteln ein pures Endzeitfeeling.

In Sergio Leones Zwei glorreiche Halunken und Spiel mir das Lied vom Tod wird alles über den Western gesagt. In Fulcis Geisterstadt der Zombies wird alles über den Horrorfilm gesagt. Beides aus Italien und die Amis haben das Nachsehen. Klar werden neue Varianten folgen aber zu diesem Zeitpunt hatten die Italos beide Genres im Griff.
Wenn man Argento mit dem von ihm mit entwickelten Giallo dazunimmt sogar drei. Aber leider sollte es ab diesem Zeitpunkt bergab gehen mit dem Eurokino. Ab Terminator, Nightmare on Elm Street und Tanz der Teufel geht das Zepter wieder nach Übersee.

Fulci wird noch zwei vielleicht drei gute Filme drehen. Dann wird der kleine Mann völlig belanglos und dreht TV Müll. Ob nun der Horrorfilm sein Steckenpferd war sei umstritten. Er war ein erfahrener Handwerker und zum richtigen Zeitpunkt auf dem richtigen Stuhl um uns diese Gewaltspektakel zu hinterlassen. Im Gegensatz zu seinen Italo Gegenspielern Amato und Lenzi hatte er ein Dreamteam und uns allen das Fürchten gelehrt. Er hat mit seinen Mitstreitern eine Atmosphäre geschaffen die heute noch oft kopiert wird.

Von mir ne klare 10/10 und haltet diese Perle in Ehren. Hier wollte man den ultimativen Horrorfilm drehen und das ist in allen Bereichen gelungen.

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