Review

Eine junge Frau möchte ein Hotel, welches sie geerbt hat, aufpeppeln, doch das stellt sich als gar nicht so einfach heraus, denn auf dem alten Gebäude lastet ein Fluch und so kommt es bald zu seltsamen Geschehnissen voller Rätsel und Todesfälle.

Dies ist neben "Ein Zombie hing am Glockenseil" einer der berüchtigsten Filme von Lucio Fulci aus einer Zeit, in der das italienische Kino noch so richtig die Sau raus lassen durfte.
Wie auch schon bei dem Untoten am Bimmelstrick ist die Handlung verworren und stellenweise nur schwer nachvollziehbar. Dies liegt zum einen daran, dass sich Halluzination und Wirklichkeit miteinander vermischen und zum anderen daran, dass viele Szenen bzw. Charaktere nur der Splattereffekte Willen aufgebaut bzw. eingeführt werden, ohne mit der Grundgeschichte ein sinnvolles Ganzes zu ergeben.

Die Effekte wiederum kann man nur als allerste Sahne bezeichnen, denn das was Gianetto de Rossi hier wieder auf die Beine gestellt hat, ist äußerst sehenswert, auch wenn man deutlich erkennt, dass mit Latex und sehr dünnem Kunstblut gewerkelt wurde. Es fängt gleich mit einer sehr eindringlichen Folter und Tötung in der Vergangenheit an, die die Grundlage für die mysteriösen Geschehnisse in der Gegenwart bilden und geht weiter mit derben Blutigkeiten wie Augenauspulereien, Säureduschen und dem Beweis, dass die Liebe des Hundes zum Menschen durch den Magen geht über den gesamten Film verteilt, wobei besonders die legendäre Mahlzeit der Spinnen in Erinnerung bleibt.

Aber wenn man den Film nur auf seine Effekte reduzieren würde, würde man ihm Unrecht tun, denn es gelingt ihm außerdem an vielen Stellen eine bedrohliche und dichte Athmosphäre aufzubauen. Besonders das verfallene Hotel mit seinen dunklen Ecken und dem überfluteten Keller und die sterile Pathologie sind durch Beleuchtung und Kameraführung gut in Szene gesetzt und Herr Fulci hat hier gezeigt, dass auch auf dieser Ebene mit ihm zu rechnen ist.

Überzeugend finde ich ebenso die Darsteller, allen voran die beiden Hauptakteure Catriona MacColl und David Warbeck. Auch Lucio Fulci hat es sich wieder nicht nehmen lassen und einen kurzen Auftritt als kleinlicher Beamter in einer witzigen Szene, kurz bevor die Spinnen losgelassen werden.

Insgesamt möchte ich diesen Film zu Lucio Fulcis dichtesten und derbsten Werken zählen, wobei ein etwas besserer Inhalt oder Aufbau der Handlung das Sehvergnügen noch vergrößert hätte.

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