Review

Der Film " Über dem Jenseits " von Italo Regisseur Lucio Fulci, ist einer der berühmtesten und blutigsten Horrorfilme aus Italien. Lucio Fulci ist eh ein Aushängeschild für Italofilme, da er solche Meisterwerke wie " Woodoo " zustandebrachte.
Leider haben genau solche Filme in Deutschland einen sehr schweren Stand. Erstens hat man den Namen einmal geändert in " Geisterstadt der Zombies ", weil sich das Wort " Zombie " in den 80er Jahren super verkauft hat und zweitens wurde er auch noch beschlagnahmt. Dies geschah wegen den ultrablutigen und sehr menschenverachtenden Todesarten, aber genau die sind nun mal Fulcis Markenzeichen.
Vielleicht wurde der Film ja genau deshalb so berühmt. Trotz der Beschlagnahmung ist er in Deutschland fast jedem Horror oder Gorefan bekannt und das auch zu recht.

Story:
1929 wird ein Maler in einem alten Hotel von einer wilden Meute zu Tode gefoltert, weil er anscheinend das Geheimnis der sieben Tore kannte.
1981 erbt eine junge Frau das alte Haus und will es wieder renovieren um dort ein Hotel aufzuziehen. Doch schon bald häufen sich tragische Todesfälle, als ob auf den alten Gemäuern ein Fluch liegt. Mit dem Arzt des Dorfes beginnt die Frau zu ermitteln und stößt bald auf das Geheimnis. Ein okkulter Architekt hat das alte Hotel damals auf den sieben Toren der Hölle gebaut und nun wurden diese durch die Renovierung wieder geöffnet. Daraus entkommt eine unbekannte Kraft, welche bald eine grausame Mordserie hervorruft. Diese will einfach nicht abreißen und zu Guter letzt erwachen auch noch die Toten aus ihrem Schlaf.

Die Story ist etwas mager und zu phantastisch angehaucht und lässt vor allem eine plausible Erklärung vermissen. Die Frage nach dem Warum und dem Wieso bleibt leider unbeantwortet. Aber man ist es ja von so Geisterfilmen gewohnt, dass nicht viel aufgeklärt wird. Daher entbehrt auch das Ende jeglicher Logik.
Aber die Umsetzung ist sehr gut geworden. Die Spannung wird bis zum Finale stetig erhöht und dank der Rasanz kommen keine Durststrecken auf, es passiert einfach ständig irgend etwas.
Auch die sehr altmodische und intensive Atmosphäre trägt sehr stark zur Spannung bei. Das Hotel liegt sehr abseits, ist alt, hat einen dunkeln großen Keller und ist stets von einer Menge Nebel umgeben.
Der rein instrumentale Score ist prächtig und hört sich toll an. Da hat man sich wohl ein ganzes Orchester gemietet um diese tollen Sounds zu komponieren. Fulci ist in seinen Film dafür bekannt einen besonderen Score zu haben.

Das Markenzeichen des Regisseurs sind auch die ultrablutigen Goreeffekte, welche besonders hier zum Einsatz kommen. Die Todesarten sind wie immer sehr blutig, grausam, aber auch einfallsreich. Allein schon die grausige Hinrichtung am Anfang, stimmt Einem schon mal darauf ein, was da noch so kommt. Da wird ein Mann mit Ketten halb tot geschlagen, bekommt dann Nägel durch die Handgelenke geschlagen und bekommt zu guter Letzt Säure ins Gesicht geschüttet. Ein weiterer Säuremord ist noch im Film enthalten, auch in Nahaufnahme. Ansonsten werden Augen herausgepult, ein Mädchen wird von einem Hund totgebissen, aber das grässlichste ist der Spinnenmord. Da wird ein Mensch bei lebendigem Leibe von Spinnen angefressen, vor allem die Szene mit der Zunge ist blutig und wirkt so real. Leider sieht man aber manchmal, dass der Mensch einer Puppe weichen musste, daher sehen manche Effekte etwas billig aus. Auch bei den Spinnen sind ein paar Unechte dabei, bei denen man deutlich sieht, dass sie von Drähten gesteuert werden. Trotzdem bleiben die Effekte einfach eine Wucht, allein Diese sind das Schauen schon einmal wert.

Auch auf gute Darsteller legt man in Italostreifen meistens wert, zumindest tut dies Lucio Fulci. Zwar sind mir hier alle Schauspieler unbekannt, aber dennoch machen alle ihre Sache sehr glaubwürdig. Es gibt zumindest Niemanden wo lächerlich wirkt. Auch die deutschen Synchros sind hier geglückt.
Nur manch ein Dialog ist etwas doof.

Fazit:
Einer der berühmtesten Italo-Horrorfilme. Die Story ist nicht gerade das Gelbe vom Ei und lässt zu viele Fragen offen. Dafür überzeugt die intensive Atmosphäre und der prächtige Score. Die Goreeffekte sind ultrablutig, aber manchmal etwas billig gemacht. Die Darsteller sind auf sehr gutem Niveau.
Trotz kleiner Schwächen für Horror und Gorefans ein Fest.

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