Geisterstadt der Zombies, auch ein Fulci-Klassiker aus dem goldenen Zeitalter des Horrorkinos als es noch gute handgemachte Effekte statt Computeranimationen gab, als noch Erwachsene die tragenden Rollen spielten und keine Teenies und als sich die Drehbuchautoren noch selbst Geschichten einfallen ließen statt die hundertste Fortsetzung oder das tausendste Remake von immer wieder den selben Filmen zu realisieren!
Fulci hatte mal wieder sein bewährtes Team um sich versammelt und schuf mit "Geisterstadt" seinen meiner Meinung nach wohl besten Film. Alles ist stimmig, paßt wunderbar zusammen, ein Film wie aus einem Guß! Ich beginne mit der Story: Die Erbin eines heruntergekommenen, auf einem der sieben Tore zur Hölle errichteten Hotels, wird immer mehr mit den Mächten der Finsternis konfrontiert, dabei steht ihr der Arzt Dr. McCabe zur Seite. Beide werden zum Schluß selbst in den Orkus versetzt und sind selbst zu Wesen der Dunkelheit geworden. Das alles hört sich zugegebenermaßen etwas dünn und trivial an. Das ist es auch, aber meiner Meinung nach als Vorlage zu einem guten Horrorfilm besser geeignet als eine etwas zu "literarische" Vorlage die leicht in gepflegte Langeweile abgleiten könnte. Das dies aber nich zwingend sein muß zeigen allerdings die Edgar-Allen-Poe-Adaptionen von Roger Corman. Doch davon an anderer Stelle. Langweilig ist Fulcis Film zu keiner Sekunde, dafür sorgt die gute Umsetzung der Story, welche immer wieder mit alogischen Handlungsverknüpfungen aufwartet. Zum Beispiel gelangen unsere beiden Protagonisten unmittelbar vom Treppenhaus der Klinik in den Keller des Hotels, welches sich am anderen Ende der Stadt befindet! Den Handelnden repräsentiert sich eine aus den Fugen geratene kafkaeske Welt, die keine Sicherheit mehr bietet und ständig neue todliche Gefahren bereithält. Ständig stoßen scheinbar Unbeteiligten schreckliche Dinge zu, die hierbei gezeigten Splatter-Effekte gehören auch heute noch zum Besten was es auf diesem Sektor gibt! Giannetto da Rossi at his Best!!!
Das war auch die Meinung unserer Gerichte, die die Video -Veröffentlichung prompt aus dem Verkehr zogen. Das war eben die Video-Hysterie anfang der 80ger! Heute sind wesentlich härtere Filme frei erhältlich!
Alle Mitwirkenden scheinen mit großem Spaß bei der Sache gewesen zu sein. Unvergessen die Szene wo David Warbeck (als Dr. McCabe) eine Revolverpatrone vorne in den Lauf zu stecken versucht.
Der Film ist voll von klassischen Fulci-Stilmitteln wie Exremzooms, Close-Ups usw. , ja er lebt zum Teil sogar davon. Wie bereits erwähnt paßt alles perfekt zusammen, Story, Darsteller, Score, Locations, Sets, Effekte und und und... Würde nur ein Merkmal fehlen, würde der Film längst nicht mehr so perfekt funktionieren. So ist er aber einer der wirklich großen Genre-Klassiker und niemand der diesen Film nicht gesehen hat soll behaupten er kenne sich mit Horrorfilmen aus!
10 / 10