Lisa Merrill (Catriona MacColl) hat ein altes Haus in Louisana geerbt, welches sie zu einem Hotel ausbauen möchte. Diesem bescheidenen Ansinnen steht der nicht unwesentliche Umstand entgegen, dass besagtes Haus auf einem der sieben Tore zur Hölle errichtet wurde...
Unfug, wie die ausufernde Szene mit den mörderischen Spinnen, kann den fantastischen (in des Wortes Doppelbedeutung) Gesamteindruck kaum schmälern. "E tu vivrai nel terrore - L'aldilà"* wird im Laufe der Handlung immer surrealer, (alp-)traumhaft im Sinne von unwirklich (insofern macht auch die Spinnenszene irgendwie Sinn).
Auf dem Wege in eine Paralleldimension, wo die Toten sich unter die Lebenden mischen, wechseln sich heftige Gore-Attacken, Spukhaus-Terror und entrückter Gothic-Horror ab. Bei den Gore-Effekte wurde derartig rumgesuppt, dass der Film hierzulande in der OF verboten ist (wie so vieles von Maestro Fulci).
Logik und profane Sachzwänge spielen schon früh im Film eine eher untergeordnete Rolle und schließlich löst sich alles auf, wenn weit entfernt liegende Schauplätze plötzlich ineinander übergehen...(wer den frechen Versuch unternimmt, den Film narrativ nachvollziehen, der gleitet sehr bald in den Fieberwahn hinab).
Eine Freude, Catriona MacColl (DIE Zombiefilm-Protagonistin) und David Warbeck (R.I.P.) zuzuschauen, und Al Cliver läuft auch kurz durch's Bild. Warbeck war ein Spaßvogel, als er, in einer Szene in dem Krankenhaus, seine Pistole zur Zombieabwehr lud, indem er die Kugel vorne in den Lauf steckte (würde mich interessieren, wann es Regisseur Fulci gewahr wurde).
Fabio Frizzi gelang es dazu, mit atmosphärischen Kompositionen die fieberhafte Atmosphäre von "L'aldilà" noch zu verstärken. Mit "Voci dal Nulla", mit seinen sich überlagernden Chören, ist eine schöne, wehmütige Melodie entstanden, welche nach dem großartig schaurigen Finale des Filmes noch lange nachhallt.