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Lisa will ein geerbtes Haus auf Vordermann bringen und es als Hotel nutzen, so wie es früher schon einmal war. Doch bald ereignen sich schreckliche Todesfälle, woran die Geschichte des Hauses nicht unschuldig ist. Und so kommt es, wie es bei Regisseur Lucio Fulci kommen muss. Irgendwas mit Untoten, Blut und allerlei mysteriösen Ereignissen.

Die Einzelteile von „The Beyond“ sind durchaus stimmig gestaltet. Fulci vermag es, Sequenzen atmosphärisch zu inszenieren, solange man sie als für sich stehend betrachtet. Denn es hapert daran, diese dann in ein großes Ganzes zu integrieren, sie so miteinander zu verbinden, dass ein filmischer Fluss entsteht.
Seine Stärke ist das Zeigen, nicht das Erzählen. Und zu zeigen vermag er durchaus was. Das beginnt bei den Bildern selbst, gedreht wurde in Louisiana, und endet bei den Effekten. Fulci spart nicht mit rotem Saft und Plaste sowie manch splatteriger Einlage. Und ist das grundsätzlich handwerklich ordentlich gemacht, so sieht man dank HD vielleicht mehr, als man möchte. Trotzdem verdient sich „The Beyond“ hier seine Pluspunkte.
Diese verspielt er, neben der holprigen Erzähle, mit ein paar auffälligen Unzulänglichkeiten. Als Beispiel sei der schießwütige Doc im letzten Drittel erwähnt, der auch nach der fünften gleichgelagerten Versuchsreihe nicht gerafft hat, wo die Kugel zu landen hat. Sein Lernzyklus scheint derart oft von vorne zu beginnen, dass man ihm die Approbation entziehen möchte. Auch sind die auftauchenden Untoten eher von der schläfrigen Sorte und strahlen kaum Bedrohung aus und über mangelnde Figurenzeichnung oder -entwicklung sollte man hinwegsehen können. Über schlecht sitzende Kontaktlinsen ebenso.

Fabio Frizzis Musik schlingert dazu immer so zwischen atmosphärisch und funky, unterstützt und torpediert die Szenerie zugleich. Sie kleidet sich damit in den gleichen Ton wie das inszenatorische Stolpern. Darstellerisch ist das hier so lala, die Stärken liegen nicht im dramatischen Teil. Sergio Salvati liefert dafür ein paar ansprechende Bilder und Schärfeverlagerungen, das macht immer wieder mal etwas her und bringt Dynamik mit ein.

Versehen mit einem gelungenen Schluss verabschiedet sich Fulcis albtraumhafte Abfolge von gelungenen Einzelteilen, die kein richtiges Ganzes ergeben wollen. Die Geschichte ist nicht sonderlich originell und immer wieder flammt der Wunsch auf, mehr über den Mythos dahinter erfahren zu wollen. Dennoch erzeugt „The Beyond“ eine angenehm eigenartige Atmosphäre, wenn man sich darauf einlassen kann, einer etwas ungelenken Verbindung von in sich doch stimmungsvollen Fragmenten beizuwohnen.
So läuft das Ding nicht rund, doch kann ich mich einer gewissen Faszination nicht erwehren.

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