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Louisiana, 1927: In einem Hotel gehen unheimliche Dinge vor, die Anwohner bringen den vermeintlich Schuldigen, einen Hexer, auf bestialische Weise um. Über 50 Jahre später erbt Lisa das heruntergekommene Hotel und versucht mit Hilfe der Haushälterin Martha und ihrem schrägen Sohn das Gebäude wieder flott zumachen. Doch bereits während der Renovierung stürzt ein Maler, geschockt von einem toten Mädchen am Fenster, in die Tiefe und der Klempner entdeckt im Keller geheime Räume, in denen er von Untoten angegriffen wird. Lisa indessen ahnt etwas von den Begebenheiten, zumal sie die blinde Emily trifft, die eigentlich schon lange tot ist. Dem Wahnsinn nahe hilft ihr der Arzt Dr. Mc Cabe, der ihr zwar erst nicht glaubt, doch irgendwann einsehen muss, dass es tatsächlich Untote gibt, und nicht nur in dem alten Hotel. Neben "Gates Of Hell" und "Woodoo" ist dieser Zombiefilm ein echtes Highlight im Schaffen des exzentrischen Italo-Horror-Filmers Lucio Fulci. Dabei legt er hier viel wert auf die durchgehend dichte Atmosphäre, entscheidet sich sogar gegen eine stringente Handlung mit Kopf und Fuß. Trotzdem weiß dieser Klassiker zu überzeugen, eine ganze Palette von übersinnlichen Motiven sind verbaut, die Logik bleibt da ein wenig in der Konfusion des Betrachters stecken. Die Sets sind schön unheimlich ausgestattet, neben dem verstaubten Hotel in der Einöde der Südstaaten sind vor allem die Aufnahmen in der Pathologie des Krankenhauses sehr gelungen. Filmtechnisch hatte Fulci zu der Zeit seinen Höhepunkt erreicht, der im gleichen Jahr gedrehte "Das Haus An Der Friedhofsmauer" unterstreicht das nur noch. So gibt er seine typischen Augenaufnahmen, Tiefenschärfewechsel und Zooms auf so manche Goreszene zum Besten. Letztere sind häufig anzutreffen, dabei sind es meistens die Ideen, welche von einer für Fulci typischen Härte zeugen, die Umsetzung von Gianetto de Rossi ist heutzutage eher belächelnswert. Um den Ruf als "Splatterfulci" mitzubegründen reicht das allemal, schließlich werden mal wieder Augen aus Köpfen befördert oder gleich das ganze Gehirn weggepustet. Oftmals sind es Bißwunden, die mit viel Kunstblut, doch leider zäher Latexhaut daherkommen. Höhepunkt von unnötiger Effekthascherei ist eine Vogelspinnenszene, bei der sich echte und offensichtlich ausgestopfte Tiere das Gesicht eines Opfers teilen. Was soll's, den Gorehound freut es, zumal wohl kaum jemand viel Anspruch an einen solchen B-Film hat. Die Schauspieler, vor allem Catriona Mc Coll und David Warbeck können überzeugen und wenngleich nicht die große Story hinter dem ganzen unheimlichen Brimborium steckt, so bietet "Geisterstadt Der Zombies" auf jeden Fall gute und kurzweilige Unterhaltung für Freunde des Italo-Horrors aus der zweiten Reihe. Manchen mag die ausgiebige Darstellung von Gewaltszenen zu selbstverliebt sein, Fulci selbst bezeichnete sein Werk auch bloß als "Aneinanderreihung von Bildfolgen", na denn.

Fazit: 80er-Jahre-Klassiker, der nicht nur immens viel Gore, sondern auch viel gruselige Stimmung bietet. Zum geniessen und zurücklehnen geeignet, den Kopf kann man dabei getrost abschalten. 7/10 Punkten

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