Das sich Kritiker und Publikum uneins in ihrer Meinung sind, ist nicht nur bei Film und Musik keine Seltenheit, auch bei Computerspielen spaltet sich der Spieler manchmal vom Kritiker ab. So geschehen u.a. bei "Autobahnraser". Während das Game nahezu durchgehend von schlechten Kritiken zu nichte gemacht wurde, wurde es dennoch ein riesiger Verkaufserfolg, der noch massig Nachfolger und Ableger nach sich zog. Kein Wunder also, dass auch dieses Game, beim aktuellen Erfolgszug der "Filme zum Spiel", seine Filmversion erhielt. Leider aber macht das Endergebnis hier, im Gegensatz zum Spiel, wirklich zu keinem Moment Spaß und bietet deutsche Filmunterhaltung, in seiner miesesten Form.
Im Prinzip ist der Film genauso hohl, wie seine Vorlage. Storymäßig ist schon einmal wirklich absolut nichts vorhanden, was irgendwo einen Film zusammenhalten könnte. Es geht im Grunde um ein paar hohle Nüsse, die sich liebend gerne Verfolgungsjagden auf Deutschlands Autobahnen bieten. Bis die Polizei einen Spitzel in das Team einschleust, der die Bande ausspionieren soll. Dumm nur, dass dieser schnell seine Liebe zum "Autobahnrasen" entdeckt und somit keine Hilfe mehr für die Bullen ist, die außerdem noch hinter einer russischen Autoschieberbande hinterher sind. Hohl, hohler, Autobahnraser, so kann man die Story und das Drehbuch hier am besten beschreiben. Auf Logik wird wirklich vollkommen verzichtet, auf interessante Charaktere ebenfalls. Das ganze Treiben wirkt eher wie ein zusammengerotztes Irgendwas, bei dem aber auch wirklich nichts zusammenpassen will und bei dem nur ein Blödsinn nach dem Anderen geboten wird. Grauenhaft.
Aber nun gut, ein hohles Drehbuch hatte auch schon der amerikanische Vergleichsfilm "The Fast and the Furious" zu bieten, doch wenigstens konnte dieser noch einigermaßen unterhaltsame Stunts bieten. Doch davon ist "Autobahnraser" meilenweit entfernt. Die Rasereien bieten hier eher Langeweile pur, von wirklichen Stunts kann zu keinem Zeitpunkt die Rede sein. Alles ist hier auf einem derartig niedrigen Unterhaltungsniveau gehalten, dass es spannender sein dürfte, an einer Autobahn zu wohnen und stundenlang aus dem Fenster zu schauen. Nur ganz selten kracht es mal, Autocrashs sind Mangelware. Somit liegt die ganze Filmhandlung eigentlich nur im Adrenalinstoß der Geschwindigkeiten und das ist, für ein Car-Action-Movie, einfach etwas zu wenig.
Dazu kommen dann noch einige unglaublich hohle Dialogfraßen und Humorversuche der Charaktere, denen man am liebsten wirklich durchgehend in die Fresse schlagen will. Selbst wenn man sich den dümmsten Teenie-Slasher vornehmen würde, er hätte noch clevere Charaktere zu bieten, als dieser Schnulli hier. Höchstens die Mädels geben einen gewissen Blickfang ab, sind aber sonst genauso hohl, wie alles andere hier. Nicht auch nur eine sympathische Figur, sondern nur eine Spacke an der Anderen. Ich frage mich, ob der Gesamt-IQ der Figuren hier überhaupt die 100 auch nur Ansatzweise erreicht!
Grauenhaftes spielt sich zudem unter der Darstellerriege ab. Niels Bruno Schmidt, Alexandra Neldel, Thomas Heinze, alles eigentlich recht talentierte Darsteller, geben hier eine Leistung ab, die jeder Beschreibung spottet. Völlig überzogen und in keinem Moment auch nur im Geringsten glaubwürdig, fahren sie ihr gutes Talent hier wirklich mächtig gegen die Wand! All die anderen Nasen haben da wenigstens den Vorteil, dass man sie nicht (bzw. kaum) kennt und man deswegen keine Erwartungen an sie hatte. Besser sind sie aber natürlich auch nicht.
Fazit: Die absolut Sinn- und Inhaltsfreie Verfilmung, die leider keinerlei gute Unterhaltung bietet, zu einem Sinn- und Inhaltsfreien Computerspiel, das aber wenigstens ab und an mal ein wenig Spaß gemacht hat. Ein grauenhaftes und zutiefst dämliches Skript, gepaart mit schnarchlahmer Raser-Action und Charakteren der Marke "Gehts noch?", dargestellt von einer Schauspieler-Riege, die einem zu jedem Zeitpunkt nur leid tun kann. Ein absoluter Tiefpunkt in Sachen deutscher Film, den man sich am liebsten niemals antut. Warum nur, hab ich mich nicht daran gehalten? Dann doch lieber "Crazy Race"! Halt, was sag ich da?
Wertung: 2/10 Punkte