Autobahnraser? Das war dieses obergeile PC-Rennspiel, das vor Jahren sämtliche Verkaufsrekorde gebrochen hat, obwohl es einfach nur grottenschlecht war. Unerwartet mit 240 Sachen kommt eine deutsche Verfilmung des Stoffes aus dem Nichts angedüst. Bei allen PC Games dieser Welt musste man sich ausgerechnet dieses aussuchen...wenn das nicht ein böses Omen ist?!
Die Story ist leider so nichtig, wirr und hanebüchen, dass es schwer ist, sie überhaupt zusammenzufassen. Es geht eigentlich nur um einen Haufen Rennfreaks, die Autobahnraser, die illegale Rennen abhalten. Die Polizei ist ihnen dabei immer auf den Fersen, aber schafft es nie, die Jungs zu erwischen. Der Polizist Karl-Heinz allerdings durchschaut die Rennfreaks schnell und kommt ihnen per Videokamera auf die Schliche. Doch nach einem Autobahnrennen mit ihnen wächst er mit der Truppe zusammen, besonders Nicky hat's ihm angetan. Also unterschlägt er das Beweismaterial bei seiner Dienststelle und geht zusammen mit den Rennfreaks auf Jagd nach russischen Autoschiebern (aus welchem Grund auch immer).
Bei der Story ist alles verloren...der Drehbuchautor muss ein Poesieroboter gewesen sein, der wahllos Wörter aneinanderreiht und dabei sinnlose Sätze produziert. Es gibt so viele Unplausiblitäten und Plotlöcher, dass das Zuschauen einfach keinen Spaß mehr macht .... das entsetzte Kopfschütteln wird zur chronischen Krankheit - zumindest für 80 Minuten. Dem Film fehlt ein durchgehender Faden, es gibt kein Konzept oder irgendeine logische Abfolge. Die Klischees tun dann den Rest: da wäre zum Beispiel die übliche Bumm-Bumm Musik oder die schon obligatorischen Bimbos am Straßenrand. Die Polizisten sind wie immer unfähige Trottel, die ein Auto nach dem anderen zu Schrott fahren und die russischen Schieber dienen als sexgeile, hirntote Idioten. So richtig haarsträubend und widerspenstig wird das ganze Treiben dann vor allem am Schluss des Streifens - die Auflösung dieses dilettantischen Machwerks ist nur noch peinlich.
Das Konzept "Autobahnraser als Komödie" geht ebenfalls kräftig in die Hose. Die fünf Minimalwitzchen sind altbacken und zusammengeklaut und regen nicht mal zum Schmunzeln an. Wenn dann doch mal einer lacht, dann wohl eher wegen den schauspielerischen Fehlzündungen. Somit ist der Film sogar als Partystreifen total unbrauchbar.
Die Darsteller...ohje ohje! Die "Männer" sind frisch aus der Disco geklaut, das Gel noch im Haar und alle haben die geilen Macho-Standardsprüche drauf. Fröstelkontest ist angesagt...hier ist einer cooler als der andere. Beinahe genauso hirnlos (oder eigentlich noch mehr) sind die Frauenrollen. Ivonne Schönherr spielt das dämliche Blondchen Moni, Henriette Richter-Röhl die "toughe" Nicki und Alexandra Neldel mimt die coole und abgebrühte Claudi, immer schön mit tussenhaften Dauergrinser. Gut, bei ihr sieht das noch halbwegs gut aus, aber bei den anderen weiblichen Akteuren ist das nur noch peinlich. Die Rolle von Collien Fernandes ist eine Lachnummer: zwei Minuten darf sie ihre Brüste ins Bild schieben - wie bei VIVA, nur mit dem Unterschied, dass sie hier nichts sagen darf. Thomas Heinze präsentiert sich als Polizeiwachtmeister in seiner wohl bis jetzt peinlichsten Rolle. Die Liste ist unendlich fortsetzbar ... aber lassen wir das. Sie spielen eben wie immer diese klischeebeladenen Charaktere, die wir alle auf den Tod hassen und nur mit mindestens 3,0 Promille ertragen können. "Manta Manta" läßt grüßen, doch das Niveau wird nie erreicht. Man muss nicht erwähnen, dass die Dialoge sowieso absoluter Dünnpfiff sind.
Nun zum Kernpunkt eines Rennfilms: die Rennszenen. Für solch schlecht gemachte PS-Jagden überhaupt die Straße abzusperren, ist blanker Hohn. Wer etwas in der Güteklasse von "Gone in 60 Seconds" oder "Fast and the Furious" erwartet, wird bitter enttäuscht. Der Autobahnraser schrammt gerade noch am untersten Cobra 11-Niveau vorbei. Jeder PS-Freak wird sich das Gähnen nicht verkneifen können. Die Stunts sind dann sogar noch eine Nummer schlechter als bei der RTL-Serie. Schön und gut, ab und zu wird ein Polizeiwagen verschrottet, aber das war's dann auch schon. Technisch gesehen ist der Film allgemein ein Flop. Weder regietechnisch noch cinematographisch kann man hier irgendetwas erwarten - ziemlich blöd bei einem Rennfilm.
Alles in allem gesehen ist der Film wohl tausendmal schlechter als das ebenfalls grottige Computerspiel der Masterbrains von den Davilex Studios. Schlechte Gags, miese Charaktere und eine nichtexistente Story mit Plotlöchern, die selbst im größten Vollrausch noch auffallen - damit kann sich der Film schmücken. Als Belustigung ok - jeder der sich allerdings ernsthaft überlegt, sein Geld für so etwas zu verbraten, sollte schnell anfangen an sich selbst zu zweifeln ... sehr schnell. Ohne mit der Wimper zu zucken kann ich bereits im Februar sagen, dass Autobahnraser der mieseste deutsche Film des Jahres 2004 ist.
Wenn du der Kerl bist, der schon sein ganzes Leben lang darauf gewartet hat, die 15 Sekunden zu sehen, in denen sich Alexandra Neldel mitten auf der Autobahn die Kleider vom Leib reißt, um dann lasziv im Leopardenbikini dazustehen, dann ist das dein Film! Zugegebenermaßen auch die einzig brauchbare Szene im ganzen Streifen, die restlichen 80 Minuten sind purer Schrott. Wir warten auf die Moorhuhnverfilmung...