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Wer kennt die Situation nicht. Gewalt in der Schule. Nachdem Sam wieder einmal was vom Schulrowdy George auf die Nase bekommen hat, schmiedet sein Bruder einen Racheplan. Dessen Freunde sind davon ebenfalls angetan, schließlich haben sie selbst auch unter ihm zu leiden gehabt. Also wird George unter einem Vorwand zu einem Bootsausflug eingeladen. Doch dann kommt alles ganz anders....

Wunderschöne Naturaufnahmen bilden das Fundament dieses Dramas. Wenn die Jugendlichen auf dem Fluss fahren und George alles mit seiner Videokamera festhält, dann sieht das wirklich genial aus. Ansonsten geht es um die Gruppendynamik. Clyde, der bei seinen schwulen Vätern aufwächst, und Marty, dessen Vater sich umgebracht hat, bilden die Gruppe. Hinzu kommt Millie, die eher zufällig dabei ist. Die Figuren reiben sich hier und da aneinander, und im späteren Verlauf kommt das alles nochmals zum Tragen.

So weit die Story, nicht grade das neueste, aber sehr gut umgesetzt. Die Schauspieler überzeugen durch die Bank, wobei George heraussticht. Abseits der Schule ist er ein vereinsamter dicker Junge, der eigentlich nur Freunde möchte. Allerdings fällt er immer wieder in sein anderes Extrem und wirft mit Abscheulichkeiten nur so um sich. Beide Seiten sind grandios gespielt, und verleihen der Figur eine unglaubliche Tiefe. Aber auch die anderen Figuren haben ihre Ecken und Kanten, außer Millie. Sie bleibt schmückendes Beiwerk und spielt keine wirklich wichtige Rolle.

Nach dem Höhepunkt verliert der Streifen leider derbst an Fahrt. Die Figuren entwickeln sich voneinander weg, und der Regisseur verlässt sich zu sehr auf die Ausstrahlung der Schauspieler. Irgendwann ist man das Anstarren von leeren Gesichtern doch Leid, so gut die Gefühle auch dargestellt werden. Leider ist auch das Ende nicht wirklich gut gewählt, der Film bleibt quasi in der Luft hängen. Ein schlechter Cliff Hanger wenn man so will. Einzig der vorher nicht bekannte Ausschnitt von Georges Dokumentarfilmchen verleiht dem Film eine gewisse Abrundung, erfährt man hier doch wenigstens ansatzweise, was in ihn vorging.

Letztlich ein gut gemachter Film, der weder besonders innovativ noch perfekt ist. Aufgrund des Themas keine seichte Unterhaltung, aber auch kein Streifen, der einen zum Grübeln anregen würde.

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