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Und hier haben wir endlich wieder einen Vertreter einer Spezies, die spannend ist wie keine weitere filmische Spezies: Einen Geheimtipp! Ein Jugenddrama, das nahezu an die Klasse von „Stand by me“ heranreichen kann.

Der streitlustige George (Josh Peck) schikaniert seine Mitschüler an fast jedem Schultag. Auch Sam (Rory Culkin), der ein ums andere Mal Zuflucht bei seinem großen Bruder Rocky (Trevor Morgan) sucht. Schließlich werden Georges Übergriffe Rocky zuviel und er entwickelt mit seinen Freunden und Sam einen Racheplan. Sie wollen George während einer Bootsfahrt nackt in den Fluss werfen und ihn nackt nach Hause laufen lassen. Doch während der zunächst ganz idyllischen Fahrt auf dem Fluss erweist sich George als bemitleidenswerter Einzelgänger und Sam will seinen Bruder und seine Freunde davon abbringen, den Plan durchzuführen. Durch einen Streit zwischen George und Rockys Kumpel Marty (Scott Mechlowicz) eskaliert die Situation und es kommt zu einem Zwischenfall, der das Leben der Freunde für immer verändern wird.

„Mean Creek“ ist von der ersten Minute an ein eindringliches, dichtes Drama, das zu gleichen Teilen zu amüsieren wie zu schockieren weiß. Ist es zu Beginn noch das Spannungsgefüge zwischen der der Gruppe und George, so sind es in der zweiten Hälfte des Filmes die Spannungen, die innerhalb der Gruppe entstehen, die eine starke emotionale Atmosphäre erzeugen und den Zuschauer in ihren Bann zieht. Im ersten Abschnitt von „Mean Creek“ erzeugen zudem die gelegentlichen kindlich-humoristischen Einlagen einen sehr angenehmen Stimmungs-Mix, der den Streifen nicht so schwer erscheinen lässt, wie er letztendlich tatsächlich ist. Zugegebenermaßen ist die Leistung der durchweg jugendlichen Schauspieler weder übermäßig schlecht noch überragend gut, aber dennoch verleihen sie „Mean Creek“ trotz ihrer eher durchwachsenen Performance die nötige Tiefe, um aus einem überdurchschnittlichen Film einen guten bis sehr guten Film zu machen. Die gruppendynamischen Elemente, die eigentlich jeder ebenso aus seiner Jugendzeit kennen sollte wie die eigenbrödlerischen Momente der Protagonisten, sind storytechnisch gut getroffen, sodass auch der Faktor „Glaubwürdigkeit“ angemessen bedacht wurde.

Im Großen und Ganzen ist „Mean Creek“ daher ein hervorragendes Jugenddrama, das filmisch auf ganz hohem Niveau rangiert. Der moralische Aspekt an dieser Story ist zwar bereits stark verstaubt, aber im Falle von „Mean Creek“ verleitet alleine die tolle Umsetzung zur Vergabe von 8 von 10 Punkten!

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