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Der Zinker handelt von einer unbekannten Person, die Scotland Yard über bevorstehende Straftaten informiert und dabei viele Details nennt, die zur Verblüffung der Polizei genauso eintreten. Es wird gerätselt, ob es sich dabei lediglich um einen anonymen Hinweisgeber handelt oder um einen gerissenen Kriminellen, der einen Plan mit dieser Methode verfolgt. Bald stellt sich heraus, dass es sich bei den Gaunern, die von der anonymen Person der Polizei ausgeliefert wurden, um Gangster handelt, die allesamt Angebote eines mysteriösen Hehlers ausgeschlagen haben. Dieser fordert die Räuber auf, ihre Beute viel zu günstig an ihn zu verkaufen. "Der Zinker", wie die Mysteriöse Person mittlerweile genannt wird, schreckt sogar vor Mord nicht zurück.

Edgar Wallace Romane haben deutsche Filmemacher schon früh inspiriert. Sogar noch vor Auftreten der braunen Partei verfilmte man 1931 die Urversion der Geschichte des Bösen der andere Böse übers Ohr haut, allerdings in eher freier Interpretation. Technisch ist das ganze relativ gut gelöst worden, mittlerweile ist der Tonfilm Standard und sogar die Kamera ist recht beweglich und photographiert nicht nur. Es gibt sogar eine ziemlich kecke Einstellung, in der von unten durch ein Roulette Rad gefilmt wird.
Was mir negativ auffiel, ist das die ganze Handlung zumindest in der ersten halben Stunde ziemlich gehetzt wirkt. Ein klarer Protagonist stellt sich (auch später nicht mehr richtig) nie heraus, vielmehr wird recht wahllos erst zu einem Polizeirevier geblendet, dann zu einer Art Abendclub und geht dann weiter zu einer Anwaltskanzlei ohne einen klaren roten Faden zu haben. Da hätte man sich für eine koordinierte Einleitung ruhig mehr Zeit lassen können, zumal der Film insgesamt ja nur über eine Laufzeit von gut einer Stunde verfügt.
Auch der oft eingespielte Humor wirkt etwas plump, da weiß man einen Eddie Arendt eigentlich erst richtig zu schätzen. Mag sein das das Anfang der 30er modern war, aber auf mich wirkte das, wie auch viele der Charaktere und Schauspieler etwas befremdlich. Sobald die Geschichte dann aber mal ins Rollen kommt und der Zuschauer Durchblick über die Lage gewinnt kann Opas Zinker Version aber beinhae mit den "neuen" Wallace Filmen mithalten, wir dürfen raten, wer denn nun hinter der Maske des Zinkers steckt, durch simples Ausschlußverfahren kann der Zuschauer sogar fast sicher auf den letztendlichen Täter kommen, sowas macht zumindest bei mir immer wieder Laune.
Trotzdem würde ich die 60er Variante des Themas vorziehen, aber als eine Notiz aus der deutschen Filmhistorie immer noch einen Angucker wert.
5/10

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