John Milius schickte Arnold Schwarzenegger 1980 mit „Conan – The Barbarian“ in eine düstere Fantasiewelt, in der er sich als wortkarger Barbar gleichen namens nach der Vorlage von R. Howard durch alle möglichen Abenteuer schlachtet. Das Budget des Films war niedrig, doch das Ergebnis ließ diesen Eindruck keinesfalls durchsickern. Dabei dehnt sich die Story nicht unbedingt in epische Ausmaße wie in „Herr der Ringe“ aus, sondern bleibt vergleichsweise doch eher auf dem Teppich:
Die ferne Welt Atlantis, lange vor unserer Zeit:
Als Kind muss Conan miterleben, wie sein Stamm sowie seine Familie, die Cimerer, vom Heer des Thulsa Doom (mit eisigem Blick: James Earl Jones) komplett ausgelöscht wird. Er selbst landet in der Sklaverei und schuftet sich über Jahre hinweg an einer Mühle einen eisernen Körper an. Dies fällt einem umherziehenden Sklavenhändler, der auch Gladiatorenkämpfe veranstaltet auf, und er wird mitgenommen, um die Kampfkunst zu erlernen. Als er später auf freien Fuß gesetzt wird, hat er nur noch einen Gedanken – Rache an dem Mann, der für den Tod seiner Leute verantwortlich ist. Doch mit Thulsa Doom wartet kein dicker alter Sesselfurzer auf ihn, sondern ein uralter Schlangendämon, der mit seinem Kult bereits tausende von Dienern in seine Gewalt gebracht hat. Zusammen mit dem kernigen Dieb Zubotai und der Amazone Valeria macht er sich auf die Suche nach dem Herren des Schlangenkultes...
Oh ja, wem macht „Conan“ bitteschön keinen Spaß? Das oft wortkarge, aber auch sehr ideenreiche und humorvolle Drehbuch schrieb Oliver Stone (ja, genau der), und unter der Regie von John Milius entstand ein wahrhaft köstliches Fantasyspektakel der Superklasse. Das geringe Bugdet merkt man dem Film keineswegs an; die Kostüme und Bauten sind liebevoll gemacht, die Schauspieler wurden gut ausgesucht und leisten hervorragende Arbeit, und einer ist sympathischer als der andere. Dem grimmigen Arnold Schwarzenegger gelang hier der Durchbruch nach oben, und keiner wäre für die Darstellung des rüden Barbaren besser geeignet gewesen als er. Die Kämpfe sind sehr gewaltig (und brutal) und der absolut bombastische Soundtrack von Basil Poledouris ist meines Erachtens nach bis heute ungeschlagen im Fantasygenre. Für jede Situation hat der Künstler ein perfekt passendes Stück komponiert, welches den Zuhörer nicht nur mitfiebern lässt sondern das ein oder andere Mal sogar mit epischen Klängen in göttlichen Dimensionen schwelgen lässt. Zudem schafft es der Regisseur, mitunter durch sehr schön gewählte Schauplätze eine bezaubernde Atmosphäre zu schaffen, die man zusammen mit der Musik später nur noch selten angetroffen hat.
So bekommt der eingefleischte Fantasyfan alles, was sein Herz begehrt: blutige Kämpfe, Hexen, Monster, Zauberer, einen religiösen Kult, einen fiesen Oberdämon als Bösewicht, gepaart mit grandioser Musik, schicker Optik und absolut sympathischen Charakteren. Ganz klar gibt es hier die Höchstnote. Die schicke Special Edition DVD von Concorde Home Entertainment enthält die lange Zweistundenfassung und ist uneingeschränkt zu empfehlen.