Review

"Conan - Der Barbar" ist ein Film an dem sich die Geister scheiden. Wie oft schon stritt ich mit meinen Freunden über Arnies Schauspielleistungen, über die oft trashig daherkommenden Effekte oder die vergleichsweise simple Handlung. Und fast immer stand ich mit meiner Meinung allein da.
Dabei ist dieser Film eine Perle des Fantasygenres, die den CGI verwöhnten Mainstreampopcornmampfer von heute nicht mehr so recht zu beeindrucken weiß, da diesen allzu oft entgeht was sie sich da eigentlich anschauen.

Zunächst wäre da die Handlung: Klein-Conan muss mit ansehen, wie seine Familie von unbekannten Angreifern niedergemetzelt wird. Er selbst wird in die Sklaverei verkauft. Jahre später ist er zum muskelbepackten Mann geworden. Man entdeckt sein Talent im Kampf und so wird Conan schließlich zum Gladiator, und zwar zu einem verdammt gutem. Schließlich wird er so gut, dass selbst sein Besitzer Angst vor ihm bekommt und ihn schließlich in die Freiheit entlässt.
Bald darauf stößt er auf den Dieb Subotai (Gerry Lopez), dem er das Leben rettet und trifft wenig später, beim Versuch in den örtlichen Schlangentempel einzubrechen, auf Valeria (Sandahl Bergmann), eine Diebin die ähnliches im Sinn hatte. Kurzerhand beschließt man gemeinsame Sache zu machen. Nachdem der Schlangentempel erfolgreich ausgeplündert wurde, wird man von den Truppen des ortsansässigem Königs Osric gefangengenommen, der sie kurzerhand mit der Queste betraut,. seine widerspenstige Tochter zurückzubringen. Diese hat sich nämlich auch dem Schlangenkult angeschlossen. Conan erkennt in diesem Kult schließlich die Mörder seiner Familie wieder und so willigt er ein, insgeheim mit der Absicht ausgestattet, bei dieser Gelegenheit auch noch Rache zu nehmen. Und so zieht er schließlich los....

So genug gespoilt, wie wir sehen hat Conan, entgegen den Behauptungen einiger Kritiker sehr wohl eine Handlung, eine einfache zwar, mit der guten alten Rache als Grundmotiv, aber das funktioniert wenigstens, im Gegensatz zu so manche neueren Streifen.
Auch die Schauspieler wissen zu überzeugen, obwohl die meisten zu dem Zeitpunkt gar keine richtigen Schauspieler waren. Arnies Sidekicks Subotai und Valeria werden von Gerry Lopez, einem zu dem Zeitpunkt weltbekannten Surfer, und Sandahl Bergmann, eigentlich einer Tänzerin, gespielt. Besonders Gerry Lopez, obwohl zuvor schon in einem Dutzend Surferfilmen zu sehen, hier seine erste Charakterrolle gebend, spielt sehr überzeugend. Natürlich braucht ein guter Film auch einen guten Schurken. Den hat man hier mit James Earl Jones (Die Stimme von Darth Vader) wahrlich gefunden. So einen unnahbaren,Gefährlichkeit ausstahlenden Bösewicht hat man selten erlebt und Jones bringt besonders den übernatürlichen Charakter seiner Figur gut rüber. Schließlich ist dies ein Fantasyfilm.
MIt Arnold Schwarzenegger ist Regiesseur Milius wahrlich eine Idealbesetzung gelungen. Egal was man von Arnies Schauspielkünsten sonst so halten mag, den tumben Barbaren gibt er ganz vorzüglich.

Auch die Atmosphäre stimmt bis ins letzte. Besonders die Leser von R.E. Howards Romanvorlage werden sich in die dichte Welt von "Conan - Der Barbar" einfinden können.
Die Landschaft Spaniens hätte als Drehort nicht besser
gewählt werden können.
Abschließend muss auch dem wahrlich großartigen Score von Basil Poledouris Respekt gezollt werden. Schließlich ist dies, ungelogen, der erste Soundtrack den ich mir auf CD zugelegt habe.

"Conan - Der Barbar" ist ein erfrischend gut gemachter Film, der vor allem durch seine dichte Atmosphäre und seine blutigen Kämpfe zu überzeugen weiß. Absolut empfehlenswert. Meine Wertung daher: 10 von 10.

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