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1982 war das Jahr in dem der vielleicht grösste Actionstar aller Zeiten zum ersten mal von sich reden machte, denn mit Conan – Der Barbar legte kein geringerer als Arnold Schwarzenegger den Grundstein für eine einzigartige Karriere und ganz nebenbei auch den Grundstein für eine Welle von Fantasyfilmen Anfang bis Mitte der 80er.

Was erwartet man sich storytechnisch von einem Film der bereits im Titel das Wort „Barbar“ enthält? Sicher nicht viel, aber warum auch? Die Story soll nur reichen um von einer Schlacht zur nächsten zu führen, von einer tollen Kulisse zur nächsten und vor allem soll sie flott genug inszeniert sein um den Zuschauer bei Stange zu halten.

Die Geschichte um den Barbaren, welcher als kleiner Junge mit ansehen musste wie sein ganzes Volk niedergemetzelt wurde und nun Rache sucht erstreckt sich zwar über gute 120 Minuten Film, aber wird nur selten langweilig.
Bereits nach 10 Minuten ist klar in welche Richtung der Film geht. Da das Budget nicht gerade riesig war wurde auf grossen, unnötigen Bombast verzichtet und statt dessen eine rauhe, glaubwürdige Welt erschaffen, deren Bewohner mindestens genau so rauh sind, was spätestens nach der Ausrottung des Dorfes wirklich jeder weiss.

In diese rauhe Welt passt Muskelberg Schwarzenegger perfekt, wobei man fast sagen muss das seine Figur teilweise doch etwas naiv wirkt, was andererseits vielleicht auch nur eine clevere Idee im Script war um über Arnies mangelnde Erfahrung hinwegzutäuschen. Kommt es jedoch erst einmal zu handfesten Auseinandersetzungen ist Schluss mit lustig und Conan zeigt das er alles andere als zimperlich ist.
Conan zur Seite stellte man Subotai (Gerry Lopez), einen Dieb und Bogenschützen, einen Zauberer (Mato), sowie eine Amazone namens Valeria (Sandahl Bergman). Diese 3 Rollen sind wirklich gut besetzt und vor allem Gerry Lopez überrascht, da er noch keine Schauspielerfahrungen hatte. Wirklich glänzen kann allerdings keiner von den Dreien.
Für die schauspielerischen Highlights sorgen nämlich 2 andere. Zum einen wäre da Max von Sydow, der leider nur eine einzige Szene im Film hat, in der er allerdings scheinbar mühelos den anderen die Show stiehlt und zum anderen natürlich James Earl Jones als Conans Nemesis Thulsa Doom. Alleine durch seine Stimme lässt er keine Zweifel aufkommen das er mehr als nur böse ist und wenn dann auch noch seine scheinbar alles durchdringenden Augen ins Spiel bringt weiss man das man in Form von Thulsa Doom das personifizierte Böse auf der Leinwand hat.

Auch wenn man, wie anfangs schon erwähnt, auf Bombast verzichtete sind sie Sets teilweise immer noch (oder vielleicht eben deshalb?) wirklich beeindruckend. Allem voran natürlich Thulsa Dooms Tempel. Hier sieht man mal wieder wie man aus wenig verdammt viel machen kann.

Mit einer nie aufgeblasen und doch teils sehr bombastisch wirkenden Musik liefert Basil Poledouris einen erheblichen Beitrag zur Stimmung des Films und vor allem zur Wucht der Schlachten. Es handelt sich vielleicht um den besten Score seiner Laufbahn.

All dies zusammengesetzt ergibt einen Film wie es ihn heutzutage nicht mehr gibt. Wo heutzutage nur noch auf effektreiche Massenschlachten und leeren Pathos gesetzt wird besticht Conan durch gnadenlose Inszenierung, harte Kämpfe und erfrischende Ehrlichkeit, denn Conan ist kein strahlender Held der fürs Gute kämpft. Sein einziges Ziel ist eigensinnige Rache.
Abgesehen von Valeria sind Frauen nur „nettes Beiwerk“, was zur Zeit der Barbaren sicher auch nicht anders war. Was hier zählt sind Schwerter und Muckis, oder wie Conan es sagt „Das Zerschmettern der Feinde und das Geschrei der Weiber“.

Einziges Manko: Der Film hätte vielliecht 10 Minuten kürzer sein können, denn manchmal zieht er sich schon ein bisschen hin.

Fazit:
Blut, Testosteron und Muskeln sind die Hauptbestandteile von Conan – Der Barbar. Ein harter und faszinierender Film, der zwar politisch völlig daneben ist, aber auch beim dritten oder vierten mal noch Spass macht.

8 von 10

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