Der Film, der, gemeinsam mit Terminator ein Jahr später, Arnold Schwarzenegger zur Ikone des Muskelkinos heranwachsen ließ, war kein Actioner. Es war die Verfilmung der Robert Howardschen Saga um eine wortkarge Kampfmaschine aus der Frühzeit. Und unser allseits bekannter Steiermarker verkörperte diesen Barbaren namens Conan.
Die Geschichte beginnt mit einem Desaster, das die Familie des noch jungen Conans ereilt. Seiner kompletten Verwandtschaft beraubt wird er zum Sklaven, der mehr als zehn Jahre in Gefangenschaft lebt und für jemanden arbeitet, den er nur einmal zu Gesicht gesehen hat - und zwar als Schlächter Conans Mutter - Thulsa Doom.
Was als harter Tobak beginnt, nimmt seinen Lauf als Rache- und Selbstfindungsgeschichte eines Kolosses, der verlernt hat zu leben, weil der Tod das einzige war, das ihm je gelehrt wurde.
Natürlich obliegt das Abenteuer keinen obligatorischen Fights um die Krone der Coolness, doch hart bleibt Conan - Der Barbar. Erstaunlich hart für eine 16er-Freigabe, in der Körperteile fliegen, Menschen brennen und auch vor Frauen nicht Halt gemacht wird. Die düstere Atmosphäre trägt ebenfalls ihren Teil dazu bei, dass im ersten Teil der Fernseh-Conansaga (im Gegensatz zum bunten zweiten oder peinlichen dritten) ein unglaublich rauher Ton herrscht, der nur kurzzeitig aufgelockert wird (Wo sonst sieht man einen Mr. Universum ein Kamel boxen?).
Ein weiteres Merkmal des Zweistundenblockbusters bleibt die Sparsamkeit an Worten, die dazu führt, dass in manchem Kurzfilm mehr Worte verbraten werden. Das ist jedoch keineswegs negativ zu rechnen: Conan (Film als auch Person) lebt streng nach dem Prinzip "Taten statt Worte" und schafft es, eine halbwegs interessante Story fast nur visuell zu vermitteln. Ähnlich wie in Star Force Soldier mit Kurt Russell entsteht dadurch ein unbeschreiblich großes Mitleid zur Hauptperson des Ganzen: Conan. Ein Mitleid über einen gestählten Koloss, der sich in wilder Raserei durch Gegnerhorden fräst, ohne einen Kratzer abzubekommen.
Es sei einem erlaubt, dies nicht unbedingt der Schauspielkunst Schwarzeneggers zuzurechnen, doch wohl Regisseur John Milius, der den inneren (und natürlich auch äußeren Kampf) um Conan phantastisch inszeniert. Für mich seine persönliche Bestleistung in seinen sonst schwachen Werken.
Doch wie die meisten Arnie-Blockbusters ist auch Conan - Der Barbar nicht gefeit vor Kritik:
Durststrecken. Schafft es der Film dank tragischem Einstieg, den Zuschauer anfangs stets bei der Stange zu halten, verliert er während dem Mittelteil und auch am Ende an Fahrt. Zwar gefällt mir der Spielzug mit Thulsa Domm in der Vaterrolle gut, doch wurde dieser zu kurz ausgearbeitet und verliert sich in der Bedeutungslosigkeit. Zwischen den Kämpfen, der (von einer phänomenal guten Musikkulisse umrahmten,) Suche nach dem Symbol der Schlange und den vereinzelten aber sehr gelungenen komischen Momenten fehlt Conan - Der Barbar einfach an Fahrt.
Dennoch, und auch aufgrund der wirklich guten, mitreißenden Orchestermusik, bleibt der Film ein ganz großer im harten Abenteuerkino und muss sich auch vor dem Rest der Schwarzenegger-Kinographie nicht verstecken.
8/10