Arnold Schwarzenegger spielt einen Barbaren, dessen Dorf durch die Armee eines Magiers, gespielt von James Earl Jones, überrannt wurde, wobei seine Familie vor seinen Augen getötet und er mit seinen Brüdern versklavt wurde. Jahre später wird er schließlich aus der Sklaverei entlassen und beschließt sich für das Geschehene zu rächen.
"Conan" war für Arnold Schwarzenegger der endgültige Durchbruch, nachdem er sich in diversen Independent-Produktionen, B-Movies und Gastauftritten in TV-Serien auch außerhalb des Bodybuildings einen Namen machen konnte und erschien noch vor "Terminator", oder "Phantomkommando", die ihm im Action-Genre sogar einen Kultstatus verschaffen sollten. Und auch "Conan" sicherte sich im Fantasy-Genre den Kultstatus, was aber im Grund nicht nachvollziehbar ist.
Zunächst einmal ist es das miese Drehbuch, das "Conan" unter dem Mittelmaß platziert. Die Charaktere sind simpel und einfach nach dem typischen Gut-Böse-Schema gestrickt und auch die Handlung bietet so ziemlich alle Genre-Klischees auf, die man nur in einen Film packen kann. So bremst die schon peinlich naiv gestrickte Love-Story den Film aus, wo sie nur kann, die Dialoge könnten genauso gut von einem Kindergartenkind stammen und der primitiv konstruierte Plot schlägt nicht einen Harken, den man nicht schon lang hätte vorhersehen können. Wenn einen gelegentliche Gewaltexzesse nicht daran erinnern würden, dass es sich bei "Conan" um einen Film für Erwachsene handelt, könnte man ihn so ohne Weiteres in eine Schublade mit "Bibi Blocksberg" stecken.
Regie führte John Millius, der zusammen mit Oliver Stone bereits beim Drehbuch scheiterte, zuvor aber bereits mit "Der Wind und der Löwe" erste Erfahrungen im Abenteuer-Genre sammeln konnte. Unter handwerklichen Gesichtspunkten ist seine Inszenierung im Groben und Ganzen durchaus gelungen. So ist der Score wirklich hervorragend und verleiht dem naiven Treiben zumindest temporär einen Hauch von monumentaler Größe und auch die Landschaftsaufnahmen gelingen durchaus und liefern einen hohen Schauwert. In Anbetracht des Alters dieses Werks ist die Ausstattung ziemlich opulent und die Action-Szenen teilweise sehenswert, auch wenn sie eher spartanisch dosiert sind, aber aus dem heutigen Blickwinkel sind sie dann doch eher mittelmäßig, wenn auch noch recht ansehnlich, können den Vergleich mit neueren Werken jedoch bei Weitem nicht mehr antreten.
Trotz dieser äußeren Opulenz, die auch so ziemlich das Einzige ist, was man dem Fantasy-Film abgewinnen kann, unterhält er jedoch nur mäßig. Millius macht nämlich den Fehler, das Erzähltempo stellenweise relativ niedrig zu halten, wodurch aufgrund der schlechten Story direkt Längen entstehen. Außerdem kreiert "Conan" aufgrund seiner Naivitäten keine düstere Atmosphäre, obwohl er diese bitter nötig gehabt hätte. Da es Millius angesichts dessen nicht einmal für nötig befindet, wenigstens ein bisschen Eigenironie einzustreuen und ein paar halbwegs gelungene Gags zu liefern, geht der Unterhaltungswert leider größtenteils verloren.
Hinzu kommt noch der, wie immer überaus schwach agierende Arnold Schwarzenegger, der seiner Rolle allenfalls aufgrund seiner beeindruckenden Physis gewachsen ist. In den Kampfszenen macht er so eine relativ gute Figur und wirkt als Barbar durchaus überzeugend, aber sobald von ihm tiefere Gefühlsregungen gefordert sind, egal ob Trauer, oder in den Liebes-Szenen, ist er dermaßen überfordert, dass er jede Glaubwürdigkeit verliert. Und auch in den Dialog-Szenen wirkt er überaus holprig und hölzern. Der restliche Cast ist solide, wobei vor allem James Earl als Feindbild besticht, allerdings sind ein paar der Nebenrollen eher schlecht besetzt, was angesichts des damals überaus stattlichen Budgets nicht hätte passieren müssen.
Fazit:
Auch wenn die Landschaftsaufnahmen und der Score dem Film einen Ansatz von Größe verleihen und die Action-Szenen in Anbetracht des Alters immer noch relativ ansehnlich sind, unterhält "Conan - Der Barbar" allenfalls mäßig, da die Story viel zu primitiv gestrickt ist, Schwarzenegger und ein paar Nebendarsteller nicht zu überzeugen wissen und es dem beinahe peinlich naiven Treiben an einer dichten Atmosphäre, bzw. einer gewissen Eigenironie mangelt.
35%