Archaische Fantasy. Der Klassiker.
Neben den "Herr der Ringe"-Verfilmungen für mich der einzig wirklich große Film, den das reine Fantasy-Kino hervorgebracht hat (es ist, zugegeben, auch nicht gerade mein favorisiertes Genre).
"Der Barbar" fasziniert durch seine dunkle, archaische Grundstimmung, die grandiose Musik von Basil Poledouris und die wortkarge, nihilistische Hauptfigur. Nihilismus? Eher Fatalimus, denn Conan ist immerhin gläubig, er betet zu "Crom", den "Gott des Stahls" (und unterhält ein recht pragmatisches Verhältnis zu diesem, wenn er etwa zu ihm spricht: "Hilf mir oder scher dich zum Teufel!"). Conan ist so etwas wie eine unbeirrbar auf sich selbst reduzierte Primitiv-Variante des nietzscheanischen Übermenschen und in "The Barbarian" dem Grundgedanken der Gestalt, wie Howard sie einst ersonnen hat, wohl recht nahe: Ein wortkarger, fast unbeirrbarer Held, der das Misstrauen allen und jedem gegenüber im Herzen trägt.
"The Barbarian" verdankt seine größten Szenen der Darstellung von Conans Kindheitserfahrung: Ermordung von Sippe und Eltern, Versklavung und Genese zum unbesiegbaren Kämpfer. Seine stoische Art und seine mächtige Physis haben ihre (sicherlich etwas fadenscheinigen) Ursachen: Als Sklave muss Conan über Jahre mit reiner Muskelkraft ein großes Brunnenrad antreiben, seine Mitgefangenen sind längst an den Strapazen zugrunde gegangen, Conan aber verfügt als einziger über den entsprechend ausgeprägten Willen (Motivation: Rache), der ihn überleben lässt. Die dann folgenden, sehr blutigen Jahre als Gladiator lassen ihn zum großen Krieger erstarken. Dass er auch in Philosophie unterrichtet ist, wie aus dem Off eingeworfen, merkt man der "vollendeten" Figur, mal ironisch bemerkt, wenig an, aber es ist ein netter Versuch, die Figur Conan etwas zu "veredeln".
Der feindliche Kult von "Thulsa Doom" ist wahrlich düster dargestellt. Wenn sich die zahlreichen Jünger des Kultes sammeln - und in einigen Szenen beweisen, wie sie, bis zur Selbstvernichtung, im Bann von "Doom" stehen, gemahnt dies offensichtlich an die dunklen Sektenauswüchse der 70er. Man denke nur an Guyana, den "Peoples Temple" und seine neunhundert Vergifteten. Insofern ist bei "The Barbarian" ein zeitgenössischer, kritischer Subtext durchaus erkennbar.
Unübertroffen, für diese Art von Kino. "Der Barbar" thront hoch über dem klamottenhaften Sequel und den zahlreichen Conan-Epigonen.