Die 70er Jahre waren die grosse Zeit der Katastrophenfilme. Einige davon drehten sich um Passagierflugzeuge. Dabei handelte es sich um Kinoproduktionen mit der Tricktechnik der 70er. Das Ergebnis ist demzufolge auch heute noch mehr oder weniger sehenswert, je nach Drehbuch. Denn bei aller Effekthascherei, das Drehbuch ist entscheidend, ob ein Film unterhaltsam oder gar spannend ist.
SOS für Flug T17 entstand über 10 Jahre früher und dann auch noch als TV Produktion und das sieht man leider mehr als deutlich. Die Trickeffekte sind selbst für das Jahr 1960 an der Grenze der Lächerlichkeit, wenn zwei Holzflugzeugmodelle aufeinanderzufliegen und wie im Kinderzimmer aufeinanderprallen. Nur ein bisschen Pyromanie macht klar, dass dem nicht so ist, aber die Szene keinesfalls besser.
Die Darsteller mühen sich zwar redlich, aber leider in einem typischen TV Drehbuch der Zeit. Das bedeutet, dass man geschlagene 90% der Laufzeit die völlig uninteressanten privaten Konflikte der Protagonisten in langweiligen Rückblenden vorgesetzt bekommt (was viele Jahre später auch die Serie The Pacific ruinieren wird) und das ohne die Charaktere zuvor überhaupt erst einmal aufzubauen.
Ganz abgesehen davon, dass nahezu jede der Figuren mit solchen Widrigkeiten zumeist auf Charakterfehlern beruhend nervt.
Einer davon ist ein Militärpilot, der mit seinem Passagier in einer Militärmaschine mit defektem Funkgerät auf das Passagierflugzeug zufliegt, welches wiederum infolge der Arroganz des Piloten zu hoch fliegt, damit sich die Passagiere wohl fühlen. Konstruierter geht es nicht mehr.
Während das nun also stattfindet, streckt der Film seine sinnvolle Lauflänge von maximal 15 Minuten auf 90 Minuten, in denen man von den üblichen Konflikt Klitschees gelangweilt wird. Der Vater, der seinen Sohn nicht versteht, die Femme Fatale, der unsichere Neudarsteller, man konnte es wohl damals schon nicht mehr sehen.
Erlösend kommt dann in den letzten Minuten endlich die Katastrophen Szene, die die wunderbare Thunderbirds Serie der selben Zeit wesentlich besser zeigte, die Militärmaschine explodiert und über die beiden Insassen verliert man kein Wort mehr, die Passagiermaschine hingegen landet schwer beschädigt.
Am Ende haben sich alle natürlich schrecklich lieb,der Zuschauer hingegen schreckt hoch aus dem erzwungenen Schlaf.