Review

„Der Bulldozer“ Chuck Norris walzt durch den Ring und bildet Cops in der Kunst des Karate aus.
Zwei Polizisten verfolgen einen Drogenkurier und stoßen auf eine heiße Spur, doch ein kampfsportgewandter Karatekiller klöppelt die beiden Polizisten tot. Ihre Kollegen tappen im Dunkeln und wissen lediglich, dass der Karatekiller in Verbindung zu dem Drogenkartell stehen muss, welches die Stadt mit Drogen überflutet. Damit wäre dann schon mal die Rechtfertigung in den Film gebracht Kloppspezi Norris in den Film zu integrieren.
Matt Logan (Chuck Norris) ist Karateweltmeister im Mittelgewicht und muss gerade seinen Titel verteidigen, da gerade Meisterschaften zu Ende gehen. Doch der Halbfinalgegner wird fachgerecht und chancenlos weichgeklopft, womit der Film dann erstens seinen Helden als Meister seines Faches etabliert und zweitens eine längere Kampfszene zeigen kann. Diese ist ganz nett, aber auf typischem Niveau dieser Zeit und daher nicht so spektakulär.

Die Polizei bittet Matt ihre Leute in Karate zu trainieren, damit diese dem Killer nicht hilflos gegenüberstehen, wenn es zum waffenlosen Kampf kommt. Matt sträubt sich erst, doch er kann von der Polizistin Mandy Rust (Jennifer O'Neill) überredet werden. Bald wird auch er Teil der Ermittlungen…
„Der Bulldozer“ verbindet Karatekloppe und Polizeiarbeit mäßig originell. Selbst nach dem Training muss meistens Matt irgendwelche Leute verkloppen und die Cops wenden ihre erlernten Fähigkeiten auch in Situationen an, die genauso im Training geprobt wurden (z.B. die Pistole im Rücken). Hinzu kommt noch Matts Adoptivsohn, damit man etwas Charaktertiefe bei dem Helden vorgaukeln kann, was bei Norris’ beschränkten mimischen Fähigkeiten nicht die beste Idee ist.
Die Krimigeschichte ist zwar temporeich, aber nicht allzu originell gemacht. Auf die Identität des Karatekillers werden extrem deutliche Hinweise gestreut und angesichts der wenigen Wendungen der Geschichte fragt man, wie das Drogenkartell solange geheim gehalten werden konnte, wenn man schon nach wenigen Hinweisen hinter die ganze Chose steigt. Doch die Geschichte wird flott vom Leder gezogen und es kommt keine Langeweile auf, auch wenn die Inszenierung stellenweise etwas holprig ist.

Die Action ist in relativ ordentlichem Maße enthalten, auch wenn es nicht über die Maßen viel ist. Geboten werden an sich nur Fights, die meist aber ziemlich unterhaltsam sind. Zwar sind sie noch nicht so spektakulär, aber dabei sollte man auch Budget und Entstehungsjahr des Films im Hinterkopf behalten. Lediglich ein paar kleinere Szenen sind auch bei Berücksichtigung dieser Tatsache als unbeholfen einzustufen, z.B. als Matt den Zuhälter zusammenboxt.
Norris ist hier recht durchschnittlich, hat aber schon schlimmere Leistungen vom Stapel gelassen. Die restlichen Darsteller sind auch angesichts des B-Niveaus des Films ganz ordentlich, auch wenn man natürlich keine Meisterleistungen erwarten sollte.

Alles in allem ist „Der Bulldozer“ ein halbwegs goutierbarer Actionkrimi, aber bei weitem kein Highlight. Kann man sich als Genrefan mal ansehen, hat man aber auch schnell wieder vergessen.

Details
Ähnliche Filme