Review

Ella - Verflixt & Zauberhaft

…hat mich unweigerlich an „Die Braut des Prinzen“ erinnert. Zwar erreicht Ella nicht ganz den gleichen Spaßfaktor, aber die Grundstrukturen sind eigentlich die gleichen.
Wir haben eine nette, schöne Märchenwelt mit vielen sympathischen und skurrilen Gestalten, sowie ein paar Bösewichten, die am Schluss natürlich den Kürzeren ziehen. Kostüme und Requisite sind bunt und klassisch modern. Grelle Farben und grelle Formen versprühen nur so kindlichen Optimismus. Und wer sich auf all das einlässt hat eine Menge Spaß. Da gibt es hölzerne Rolltreppen, eine Art Disco für Riesen, Elfen, die Rechtsanwalt werden wollen, sprechende Bücher, eine durchgeknallte Fee, einen Prinzen-Fanclub, Trolle, denen der Hintern aus der Hose guckt und noch vieles mehr.
Die Geschichte ist einfach, funktioniert deshalb aber auch reibungslos. Keine Schnörkel, keine Logiklücken, keine Plottwists. Von Anfang an ist klar, Ella wird ihren Fluch loswerden und sich am Schluss den Prinzen angeln.
Ellas Fluch ist es aber, der für die meisten lustigen Momente des Films sorgt, weshalb die letzten zehn Minuten, nach dem Ella den Fluch gebrochen hat, unter einer gewissen Witzarmut leiden.
Traurig fand ich das vor allem auch deshalb, weil in den Deleted Scenes ein alternatives Ende zu finden war, das noch mal schön mit Gags um sich haut. Schade, dass hier dann der Mut gefehlt und stattdessen eine Sing- und Tanzszene gewählt wurde, die ein wenig an Bollywood erinnert. Nicht nur, dass es eben eine bessere Alternative gegeben hätte, ich fand die Szene insgesamt einfach zu schwulstig. Deutlich schöner war da die Szene in der Riesen-Tanzkneipe, in der Ella „Somebody to love“ zum Besten geben darf, was zum einen aufgrund der dortigen Atmosphäre deutlich mehr Emotionalität hervorgerufen hat und zum anderen durch ein paar amüsante Albernheiten angenehm aufgelockert wurde. Hier zeigt Anne Hathaway, dass sie nicht nur niedlich aussieht, sondern auch wirklich gut singen kann. Und wer jetzt wie ich im ersten Moment denkt, das ist doch nur Playback, der sollte sich einfach mal das Making-of anschauen.
Aber auch die anderen Darsteller sind hier alle auf einem soliden Niveau und unterstützen durch ihre sympathische Ausstrahlung die fröhliche Stimmung des gesamten Films. Erstaunlich gut macht sich auch Heidi Klum als Riesin. Nicht so erstaunlich, aber mindestens eben so gut machen sich Vivica A. Fox und Minnie Driver als Feen, die eine total neben der Spur, die andere fürsorglich, wenn auch etwas unfähig, aber beide irgendwie liebenswert.
Nicht zu vergessen ist auch hier eine Parallele zu „Die Braut des Prinzen“ - Cary Elwes ist mit von der Partie und macht als böser König Edgar eine genauso gelungene Figur, wie damals als blonder heldenhafter Stallbursche.
Erspart hätte ich mir hingegen Eric Idle als Erzähler, nicht weil er seine Sache schlecht gemacht hätte, aber weil seine Rolle völlig überflüssig ist. Weder braucht man ihn, um die Handlung zu verstehen, noch ist er für einen Witz gut, was gerade für ein Komiker-Ass wie Eric Idle doch extrem schade ist. Stattdessen hätte ich die eine oder andere Deleted Scene im Film gelassen, z.B. die Sache mit Lucinda und den Eichhörnchen oder die Aufforderung von König Edgar an seine Schlange Heston, sich nicht immer so anzuschleichen. Da ich persönlich ein gewisses Faible für die Oger entwickelt habe, hätte ich denen auch noch ein wenig mehr Screentime verpasst. So gibt es eine erweiterte Szene bei der Prinz Chars Rettungstrupp von dem Ogerhauptmann in bester „Commandos“-Manier durch das Schloss geführt wird, die unbedingt im Film hätte drin bleiben sollen.
So ist „Ella –Verflixt & Zauberhaft“ auch wegen der selbst geschaufelten Löcher nichts, was einem vom Hocker haut, aber er verbreitet für ca. 90 Minuten gute Laune, die sich mühelos in den restlichen Abend transportieren lässt.


Unterhaltende 7/10 Punkte

Wem der Film gefallen hat, könnte auch Freude an den Folgenden haben:

- Die Braut des Prinzen
- Walhalla
- Shrek

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