Review

Endlich hören wir nach "Heist" mal wieder etwas von Drehbuchautor und Regisseur David Mamet, welcher in Kürze seinen neuen Film "Redbelt" vostellen will. Mamet dürfte trotz guter Genrebeiträge wie "Haus der Spiele" oder "Die unsichtbare Falle" den Meisten kaum ein Begriff sein. Vor "Heist" kannte ich auch Keinen seiner Filme, doch "Spartan" hat mir fast noch besser gefallen. Unter Warner Bros in den amerikanischen Kinos floppte diese Franchise Produktion gnadenlos, vielleicht auch der Hauptgrund, warum wir so lange auf eine deutsche Veröffentlichung warten musste, welche wie erwartet DTV ging. Die Hauptproduzenten waren Moshe Diamant und man höre und staune, Joseph Merhi.

Die Tochter des Präsidenten ist spurlos verschwunden, wahrscheinlich wurde sie von einem Mädchenhändlerring verschleppt. Der Agent Robert Scott (Val Kilmer) erhält den Auftrag sie unversehrt zurückzubringen. Mit dem Rookie Curtis (Derek Luke) beginnt er seine Ermittlungen, stets unter strenger Aufsicht von Sichterheitschef Burch (Ed O´Neill) und seinem Handlanger Stoddard (William H. Macy). Scott stößt bald auf einen Club, in dem schon viele junge Mädchen verschwanden. Bald scheint der Aufenthaltsort des Mädchens gefunden, doch kurze Zeit später wird ihr Tod bekanntgegeben. Scott und Curtis geben trotzdem nicht auf und geraten dadurch ein Komplott, welches in höchste politische Kreise führt.

Das übliche Machtspiel, die Moral der Politik lässt Mamet geschickt in seinen Politthriller mit einfließen. Eigentlich geht es ja nur um eine Entführung, welche durch die dreckige Politik kompliziert wird. Ich will hier überhaupt nichts verraten, denn Mamets spannende Story sollte Jeder für sich genießen können, auch wenn sie gegen Ende des Films ein wenig einbricht. Mamet war schon immer sehr realistisch in seinen Regiearbeiten und genauso wie hier wird heute Politik gemacht, ohne Rücksicht auf Verluste. Auch das Leben eines Agenten wird ein wenig durchleuchtet. In einem Trainingscamp werden sie gedrillt, müssen um die Prüfung zu bestehen sogar gegeneinander im Zweikampf antreten. Robert Scott sieht sich selbst nur als "Arbeitsbiene", er erledigt seinen Job, ohne ihn groß zu hinterfragen. Er erledigt immer seinen Job, ist aber kein Superheld, welcher jede Schießerei ohne Kratzer besteht. Val Kilmer scheint extra für diese Rolle gewaltig abgenommen zu haben. Auch wenn er nicht sonderlich viel schauspielern muss, so überzeugt er trotzdem auf ganzer Linie. Neben ihm agieren Derek Luke, Ed O´Neill und William H. Macy.

Scott und sein Team beginnt kurze Zeit später mit der Arbeit. Man benutzt illegale Verhörtechniken, verprügelt etwaige Mitwisser. Man überfällt sogar einen Gefangenentransport, nur um an einen Teilhaber des Mädchenrings heranzukommen. Wie im richtigen Leben gehen viele Aktionen schief und am Ende wird Scott mit dem Tod der Präsidententochter abgespeist. Erst Grünschnabel Curtis ändert Scotts Sichtweise. Er beginnt endlich einmal das System zu hinterfragen, arbeitet sogar auf eigene Faust. Der Charakter Robert Scott macht eine Wandlung durch, durch die er in Konflikt mit seinen Auftraggebern kommt. Mamet erzählt seine Geschichte ruhig, aber spannend, trotzdem bin ich der Meinung man hätte gerade das Finale ein wenig actionreicher gestalten können. Meist gibt es nur kleine Schusswechsel, ein paar Morde, oder grobe Misshandlungen von Informanten zu sehen. Die Kulissen können Abwechslung bieten, leider mit einem meist recht monotonen Look. Aber Mamet nervt uns nicht mit einer Wackelkamera oder sonstigen Stilmitteln.

Mamet setzt in "Spartan" seinen einmaligen Stil fort. Die Story funktioniert, nur gegen Ende wird es ein wenig holprig. Gute Darsteller, ein wenig rauhe Action und eine spannende Inszenierung machen diesen Politthriller für Jedermann interessant.

Details
Ähnliche Filme