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David Mamet steht meist für ambitioniertes und intelligentes Kino und auch in seinem 2004 erschienenen "Spartan", mit Val Kilmer in der Hauptrolle, festigt er diesen Ruf.

Die Story: Der Agent und Einzelkämpfer Scott (Val Kilmer) erhält den Auftrag, die entführte Tochter des US-Präsidenten wieder zu finden. Diese wurde von Menschenhändlern bis in den Nahen Osten verschleppt, nachdem sie offiziell für Tod erklärt wurde. Das dies nicht wahr ist, ist dem angehenden Agenten Curtis (Derek Luke) zu verdanken und so willigt Scott nur etwas widerwillig ein ("Ich bin nur eine Arbeitsbiene!"), die Verfolgung der Frau wieder aufzunehmen. Doch dann läuft einiges anders als gedacht...

Mamet präsentiert dem Zuschauer einen spannenden und handwerklich gut gemachten Actionthriller, der sich im Laufe der Zeit immer mehr zu einer Verschwörungsgeschichte entwickelt und mit einigen gelungenen Wendungen aufwartet. Allerdings ist die Story nicht immer glaubhaft. Dass es im Film die ganze Zeit um die Tochter des US-Präsidenten geht, ist angesichts des Aufwandes (begründet durch das Filmbudget) nicht immer plausibel. Die Entführung einer Senatorentochter oder die eines Abgeordneten wäre etwas glaubhafter gewesen, schließlich wären die Bemühungen der Geheimdienste in einem realen Fall wahrscheinlich um ein vielfaches größer, als einen einzelnen Mann mit der Leitung der Rettung zu beauftragen. Im späteren Verlauf des Films macht das ganze dann auch Sinn, in der ersten Hälfte ist die Geschichte aber arg auf den 'Spartan' zu geschnitten.
Getragen wird die Geschichte von handfesten und klugen Dialogen, die oft die Regierungskritik der Story zum Ausdruck bringen. Hier zeigt sich David Mamets Können. Die fiese Pointe der Geschichte regt zudem zum Nachdenken über politische Moral und Befehlsobrigkeit an.
Val Kilmer hatte mit dem Film (neben "Kiss Kiss Bang Bang") ein kleines Comeback und wird oft für seine Darstellung des harten Agenten gelobt. Sicherlich spielt er seine Rolle gut, allerdings war er mir einen Tick zu cool dargestellt. Trotz der vielen Wendungen wird er nie wirklich aus der Ruhe gebracht. Wäre die Figur ein wenig bodenständiger angelegt worden, hätte dies auch zur Story besser gepasst. So bleibt Val Kilmers Darstellung souverän, aber auch ein bisschen eindimensional.

Trotz einiger Mängel unterhält "Spartan" gut. Die Spannung ist konstant hoch, der Score wunderschön arrangiert. Außerdem verfügt der Film über starke Nebendarsteller (immer wieder schön, Ed "Al Bundy" O'Neill zu sehen). Mit dem Film kann man nichts falsch machen.

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