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Ein hochqualifizierter „Ranger“ (Val Kilmer) wird auf die verschwundene Tochter des US-Präsidenten angesetzt. Der Fall ist heikel – man munkelt von Affären und es ist gerade Wahlkampf. Dass es in Wirklichkeit noch viel komplizierter ist, findet Ranger Scott heraus, als er sich plötzlich mitten in einem internationalen Mädchenhändlerring und einer weit reichenden Verschwörungsgeschichte wiederfindet. 

Von Theaterautor und Gelegenheitsregisseur David Mamet (THE SPANISH PRISONER, OLEANNA, HEIST) erwartet man genau so wenig einen atemlosen Actionthriller, wie man Michael Bay ein intellektuelles Kammerspiel zutrauen würde. So steht SPARTAN trotz einiger spannender Actionszenen eher in der Tradition von Politthrillern der 70er-Jahre à la THREE DAYS OF THE CONDOR und THE PARALLAX VIEW – die Story schlägt bis zum Schluss mehrere Haken und die anfangs als lonesome Hero charakterisierte Hauptfigur erhält im Verlauf des Films mehrere Risse und ist letztlich auf die Hilfe anderer angewiesen. 

Allein die zahlreichen fabelhaft besetzten Nebenrollen machen den Film zum Erlebnis: Neben dem sehr wandlungsfähigen Kilmer, der hier mal etwas mehr Schauspielprofil zeigen darf, agieren u. a. William H. Macy, Clark Gregg, Ed O’Neill und Kristen Bell. 

Filme wie dieser werden heute, 20 Jahre später, kaum noch gedreht, an ihre Stelle sind Qualitätsserien gerückt. SPARTAN funktioniert als „Thinking Man’s Action Thriller“ ganz hervorragend, steckt jedoch so voller Potenzial und interessanter Figuren, dass sich auch eine packende Miniserie daraus entwickeln ließe.

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