William Friedkins Neo-Noir-Thriller aus der Mitte der 80er war und ist etwas unverdientermassen kein sonderlich anerkanntes Werk eines Regisseurs, der mit "French Connection" 15 Jahre früher einen erfolgreichen Genrefilm inszenierte, der mittlerweile als Klassiker angesehen wird.
William Friedkins frühere Erfolge sind mitunter sehr auf die kontroverse Thematik bzw. Inszenierung zurückzuführen, alsüberaus populäres Beispiel "Der Exorzist". Die späteren Filme, die man als Achtungserfolge werten kann, wie z. B. "Die Stunde des Jägers" sind sehr solide aber bieten weniger publikumswirksamen Stoff wie etwa ansatzweise noch bei dem Film "Cruising".
"Leben und Sterben in L.A." kann man, wenn man so will, als Wendepunkt in William Friedkins Karriere ansehen. Der Film ist oberflächlich betrachtet, ein konventioneller Thriller mit einer recht spannenden aber unspektakulären Story. Man kann den Film aber auch als düsteren Kontrast zu dem vermeintlich "sonnigen" Gesellschaftsbild (in L.A.) ansehen, das man meint zu kennen.
"Leben und Sterben in L.A." ist ein Film, der sehr viel auf Stil,besonders auf die Musik, und die grossartige Kameraarbeit von Robby Müller setzt. Die darstellerischen Leistungen, allen voran Willem Dafoe der hier einiges an Charisma ausspielen kann, sind sehr überzeugend und gut besetzt.
Augenscheinlich hat der Film keine Längen, zumindest fallen sie einem nicht auf, da sich dank der stimmungsvollen Inszenierung, dem kongenialen 80er-Jahre Sound, und den zahleichen Action-und Spannungsszenarien eine Atmosphäre aufbaut, der man sich schwer entziehen kann.
"Leben und Sterben in L.A." ist sicherlich kein Meilenstein, aber ein wahrlich unterschätzter Film, den man, sofern man der "dunkleren Seite" der 80er nicht ganz abgeneigt ist, empfehlen kann.