Wenn man noch nie etwas von William Friedkin gehört oder gesehen und dann diesen Film als erste Begegnung hätte - es würde so manchem wohl der Genuß von French Connection oder Ronin nie zuteil kommen.
Denn in 'Leben und Sterben' ist leider all das daneben gegangen, was in den beiden anderen Klassikern perfekt funktioniert.
Aber einfach der Reihe nach:
Die Schauspieler:
Dafoe und Turturro sind klasse, die weiblichen Darsteller gut. Aber der Rest...nein, sorry, das ist gar nichts. Da kommt nichts über, das sind Klischeeabziehbilder aus einer Vorabendserie. Und dementsprechend interessieren sie und ihr Schicksal niemanden auch nur ein bißchen. Und die Gesinnungswandlung einer der Hauptfiguren am Schluß ist der Knüller - sorry, daß ist einfach nur albern. Wie auch...
Das Drehbuch
Das ist nicht nur albern, es Ist gruselig schlecht. Sorry, aber das Ganze wirkt so dermaßen zusammengestoppelt, daß man glaubt, da hätten mehrere Leute dran geschrieben - ohne voneinander zu wissen. Die Geschichte viel zu sehr in die Länge gezogen und ohne Highlights, der Showdown völlig dröge, die Dialoge einfach billig bis lächerlich, endlose Logikfehler quälen den Intellekt des Zuschauers. Beispiel: die Polizisten kommen mit einem ramponierten und zerschossenen Dienstwagen nach Hause - und keinen juckt's. Warum auch? Schließlich suchen wir doch nur zwei Typen, die mit einem solchen Auto gerade einen Undercover-Mann entführt und ihn dann gekillt haben. Alles klar? Nein, nichts klar. Für mich geht das gar nicht.
Die Inszenierung
Friedkin kann Action, und Friedkin kann Verfolgungsjagden. Und wie. Nur nicht in diesem Film. Als die Raserei endlich losging, zog es mir endgültig den Stöpsel. Eine Verfolgungsjagd darf eines NICHT sein - langweilig. Und genau das ist sie. Endlos langweilig. Und wenn es dann doch mal in diesen elendig langen zwei Stunden anderweitige Action gibt, dann ist sie so lieblos inszeniert, daß es mir einfach keinen Spaß gemacht hat.
Fazit: Als ich den Film damals beim Kinostart zum ersten Mal sah, war ich enttäuscht. Ich konnte mich nicht mehr erinnern, also sah ich ihn nach knapp 25 Jahren jetzt noch einmal. Und jetzt weiß ich, warum ich enttäuscht war.
Der Film ist - mit Verlaub - für einen Friedkin-Film einfach grottenschlecht. Und deswegen alles andere als sehenswert.