Nach der Nebenrolle in Bruce Lees „Die Todeskralle schlägt wieder zu“ und dem köstlichen Bad Guy – Auftritt in „Slaughter in San Francisco“ zog es Chuck Norris („Missing in Action“, „Invasion U.S.A.“) noch ganz blond und ohne seinen markanten Vollbart in seine erste Hauptrolle.
„Breaker! Breaker!“ liegt dabei jedoch deutlich unter dem Niveau seiner späteren Cannon-Ära und dürfte allenfalls Komplettisten oder Fans ansprechen.
Denn trotz einer kurzen Laufzeit von gerade mal 80 Minuten stellt sich der Film als öde gefilmter und auch reichlich banaler Genrebeitrag dar, der keine einzige sehenswerte Actionszene parat hält.
Obwohl Chuck Norris, der sich nicht allzu oft prügelt, selbst die Choreographie übernahm, schaut das Ergebnis mau aus, was wohl auch daran lag, dass er offensichtlich etwas auf seine Gegner aufpassen musste, um ihnen keinen ernsthaften Schaden zuzufügen. Diese Halbherzigkeit spiegeln leider einige Kampfszenen wieder, in denen der begnadete Kämpfer nicht sein gesamtes Repertoire abrufen kann..
Weitere Minimalverfolgungsjagden, ohne irgendwelche besonderen Stunts, können darüber hinaus auch keine qualitativen Highlights beisteuern. Nein, sie zeigen nur überdeutlich wie knapp das Budget gewesen sein muss. Szenenweise werden sogar ganze Stunts durch den ungeschickten Schnitt „verschluckt“.
Das Budget war eben niedrig und so entlässt man Chuck als Trucker J.D. Dawes mit Rufname Breaker in ein höchst bieder und einfältig gefilmtes B-Movie inklusive Country-Musik, dessen staubige Location im immer gleichen Farbton schwer an die Dukes of Hazzard erinnert.
Sein kleiner Bruder Billy (Michael Augenstein), der sich sein Geld auf die selbe Weise verdient, wird bei seiner ersten Tour von hinterlistigen Gesetzeshütern von der Interstate in die Kleinstadt Texas City umgeleitet, um dort festgenommen zu werden und nach einem lächerlichen Prozess des ewig besoffenen Richters Trimmings (George Murdock) zu 250 Tagen Knast verdonnert zu werden. Dank eines Fluchtversuchs wird er übel zugerichtet und schon bald taucht der besorgte große Bruder dort auf, um mageren Hinweisen hinterher zu schnüffeln. Anfangs wundert er sich noch über die Fremdenfeindlichkeit der Bewohner, schaut aber schnell hinter die Kulissen und räumt auf...
Leider streckt sich der Film enorm, bis Chuck Norris endlich mal seine Manieren beiseite legt und loslegt, denn mit unzähligen Füllszenen (Norris’ Besuch bei seinem Bruder auf der Cross-Bahn, das Armdrücken) muss das Geschehen gestreckt werden und die Dialoge sind natürlich auch nicht das Gelbe vom Ei. Über Chuck Norris’ schauspielerische Qualitäten muss man sich glaube ich ebenfalls nicht unterhalten. Dem Film fehlt völlig der Rhythmus und es ist geradezu anstrengend dem besorgten J.D. dabei zuzusehen, wie er seinen Bruder rausboxt.
Über die eigenartige Community, deren Stadt in etwa so aussieht wie die Relikte einer ehemaligen Westernstadt, erfährt man nur, dass sie mit Schwarzbrennerei und Verschrottung von allen möglichen Fahrzeugen die Gemeinde finanziell über Wasser halten und Chucks Beziehung zu der ihn dann nach einem klärenden Spaziergang natürlich unterstützenden Bardame ist auch total kitschiger Quatsch geworden.
Regisseur Don Hulette, der davor und auch danach nie auf sich aufmerksam machte, verstand es offensichtlich nicht einmal grundlegend die einsilbige Prämisse umzusetzen. Das tut beim Anschauen echt weh.
Lange, zu lange, tapert Norris im Dunklen herum und hat nicht mehr als eine Ahnung, prügelt sich dann vorsorglich mit der ganzen männlichen Fraktion der Kleinstadt, nachdem er protestierend auf der Gemeindeversammlung erscheint und treibt es nebenher noch in seinem Van, um später auf dem Schrottplatz eins übergebraten zu bekommen und fast in der Presse zerquetscht zu werden.
Zum Finale hin versucht Hulette dann noch mal was zu reißen, wenn er eine Truckarmada das gesamte Kaff in Grund und Boden fahren lässt und Norris sich nebenher mit den brutalen Gesetzeshütern vornehmlich in Slowmotion prügeln darf. Doch auch diese Versuche ästhetischer Action zaubern nur noch ein bemitleidenswertes Lächeln auf die Gesichter der Zuschauer, sofern sie nicht schon entschlummert sind.
Da der Film nicht einmal Trash-Appeal entwickelt, sondern seiner Schlaftabletten-Mentalität gnadenlos treu bleibt, sehnt man auch früh das Ende herbei, welches dem Helden auch einen standesgemäßen Abgang beschert.
Fazit:
Das konnte nichts werden. „Breaker! Breaker!“ ist ein früher Filmversuch von Chuck Norris, den man lieber nicht allzu oft hervorkramt. Die Story gestaltet sich noch als zweckmäßige Ausgangsposition für einen simplen B-Klopper, doch angesichts fehlender Action und einer attraktiven Umsetzung, ermüdet das flache Geschehen mit Füllszenen und geringem Fortschritt bereits früh. Dass Norris irgendwann trotzdem mal aufzuräumen beginnt, interessiert dank der unspektakulären Choreographie auch nicht mehr. Nichts, dass man gesehen haben müsste.