Review

Ein sehr früher Versuch des jungen Chuck Norris, sich in die Herzen seiner Fans zu kloppen. Leider funktioniert dies hier nur bedingt, denn " The Octagon " ist nicht gerade ein Meisterwerk und auch Regisseur Eric Karson ist nicht gerade ein Meister in seinem Fach. Lediglich als soliden Actionbeitrag kann man diesen Film bezichtigen, richtig berühmt wurde Norris aber erst mit " Missing in Action ".
Doch wir sind hier ganz am Anfang der 80er Jahre, da konnte man sogar noch mit einem Minibudget etwas anfangen und so einen Film in die Kinos bringen. Trotzdem ist " The Octagon " recht unbekannt, außer unter eingefleischten Norris Fans.

Story:
Scott James ( Chuck Norris ) und Sacura waren einmal wie Brüder. Doch sie zerstritten sich und nun bildet Sacura Söldner zu Ninjas aus. Diese Ninjas verüben Anschläge und bald auch auf Scott. Dieser beginnt zu ermitteln und versucht Sacuras Camp ausfindig zu machen. Doch dazu muss er sich als Söldner einschreiben lassen, doch er fliegt bald auf. Auch sein bester Freund AJ ( Art Hindle ) ist auf der Suche nach dem Camp, da er einer Dame helfen will. Scott kann dies nicht zulassen und reist ihm hinterher. AJ wird bald gefangengenommen und Scott steht einer Überzahl von Gegnern gegenüber und bald auch seinem Todfeind Sacura.

In den 80er Jahre waren Ninjafilme absolut in und wurden massenweise abgedreht. Hier werden einfache Männer zu Ninjas ausgebildet, damit sie dann als Söldner ihr Geld verdienen können. Diese Trainingseinheiten werden öfters im Film eingeblendet, natürlich springt man teils sehr hart mit den Rekruten um.
Die Story ist sehr flach und teils ziemlich unlogisch, zum Beispiel warum helfen Scott und AJ einer unbekannten Frau, welche ihnen eh nur Lügen auftischt, vor allem warum kommt Scott nicht früher in die Gänge, es müssen erst Leute sterben.
Dafür weiss Karson immerhin mit den Kulissen umzugehen, denn es wird zwischen Stadt und dem Dschungel hin und her gewechselt und auch das Camp kann sich sehen lassen. Vor allem die verschiedenen Räume, wo die Ninjas ausgebildet werden.
Der Score hört sich auch nicht schlecht an und bietet viel Abwechslung an.

Was mich noch unheimlich an " The Octagon " stört sind die inneren Monologe von Scott, Diese sind ja während des Films zu hören und nerven einfach.
Actionmäßig sieht es recht passabel aus, obwohl der Film bis zum Showdown einfach zu wenig zu bieten hat. Ein blutiges Attentat, ein paar Morde und kleinere Keilereien, welche aber nicht vom Hocker reißen. Dafür geht es im Finale richtig rund, es wird geprügelt was das Zeug hält und Norris darf seine Gegner dann in Dutzenden verprügeln. Dies geschieht auch teils recht spektakulär und mit vielen verschiedenen Waffen, so dass es dem Zuschauer richtig Spass macht. Dazu wird noch das komplette Camp in die Luft gejagt und es entbrennt ein Kampf zwischen Ninjas und den Rekruten. Leider ist der Endkampf mit Scott und Sacura zu schwach geworden, Sacura ist viel zu schnell tod.

Chuck Norris war noch nie ein guter Schauspieler, aber hier hat er noch gar keine Ahnung. Seine darstellerische Leistung ist nur mit schwach zu bewerten, aber in der Action kann er wieder gut überzeugen.
Lee Van Cleef ist ein netter Charakter und wertet den ganze Film etwas auf. Leider ist er zu selten zu sehen, aber er bringt auch einiges an Humor mit.
Der Rest ist bestenfalls Durchschnitt. Art Hindle ist recht blass und hat mit AJ einen sehr dämlichen Charakter bekommen und auch Brian Libby lief erst in " Silent Rage " zur Hochform auf.

Fazit:
Ein Frühwerk von Chuck Norris, welches nicht gerade vom Hocker reisst. Der Plot allgemein ist recht flach und bietet einige Ungereihmtheiten mit. Die Inszenierung kann sich sehen lassen und auch der Score ist ordentlich. Die Action selbst ist gut, doch bis zum Finale gibt es zu wenig davon, daher muss man mit Durststrecken rechnen. Doch im Finale wird man für das Warten wirklich belohnt, denn da holt Norris den Knüppel aus dem Sack. Spannungsmäßig ist hier nicht viel los, dazu fehlt auch die Rasanz. Die Darsteller hangeln sich gerade so am Durchschnitt entlang, könnten aber ruhig besser sein.
Auf jeden Fall einer von Norris schlechteren Filmen, aber immer noch schaubar.

Details
Ähnliche Filme